Pressespiegel Oktober 2018


 
Was macht Trumps Politik mit Amerika und der Welt?
Harener Gymnasiasten gestalten Akademieabend mit dem Hörfunkjournalisten Marcus Pindur
(29.10.2018)
 

Von Gerd Mecklenborg

Haren. Schüler des Gymnasiums Haren haben mit Marcus Pindur, Historiker und Hörfunkjournalist beim Deutschlandradio, über das Thema Amerika und die Politik Donald Trumps diskutiert.

Das Gymnasium Haren stelle sich als Europaschule bewusst dieser Thematik, da nach Einschätzung der organisierenden Schüler durch den amtierenden US-Präsidenten Werte einer freien und offenen Gesellschaft infrage gestellt werden. Vor dem Hintergrund der deutsch-amerikanischen Freundschaft „als wichtiger Garant für den Frieden“ dränge sich eine Diskussion über Zukunftsperspektiven förmlich auf, hieß es in der Einladung zum Akademieabend.

In der gut besuchten Aula des Harener Schulzentrum wurden Pindur, die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion und die Besucher der Veranstaltungen, unter ihnen viele Jugendlichen, von Schulleiter Michael Heuking begrüßt. Fast die ganze Welt sei in einen freudigen Taumel geraten, als der Vorgänger des jetzigen Präsidenten, also Barack Obama, seinen Amtseid geleistet habe, sagte Heuking.

Der Oberstudiendirektor erinnerte allerdings auch an die in diese Zeit fallende Geburt der rechtspopulistischen sogenannten Tea-Party-Bewegung, die 2009 entstand, „und die den Weg für Donald Trump ebnete“. Der amtierende Präsident stelle aktuell die ganze Welt vor große Herausforderungen, sagte Heuking und eröffnete damit die Podiumsdiskussion, die mit einem Impulsvortrag von Marcus Pindur eingeleitet wurde.

Der Historiker, der in den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet hat, ist ein ausgewiesener Kenner der gegenwärtigen US-Politik. „Es geht mir allerdings nicht in erster Linie um Trump“, stellte Pindur in seiner Eröffnung klar, und erläuterte danach die vielfältigen „und vielschichtigen“ Beziehungen der Deutschen zu den Amerikanern im historischen Kontext. Dann ging Pindur anhand von Beispielen „auf die stereotypischen Vorurteile, die wir oft hier in Deutschland über Amerikaner fällen“, ein. Den Amerikanern werde meistens religiöse Heuchelei, oder korrupte Politik vorgeworfen, „aber von all dem gibt es quasi auch das Gegenteil“, befand der Amerikakenner.

Diese Themen wurden dann in der Podiumsdiskussion, die von den Schülern Janina Damhuis, Simon Fischer, Marvin Hasch, Matti Held und Julian Kathmann souverän moderiert wurde, aufgegriffen. Die jungen Gymnasiasten zeigten sich äußerst gut vorbereitet und überzeugten mit intelligenten, sehr gut ausformulierten Fragestellungen um die Themen Fake-News, Klimawandel, Nordkorea, Atomabkommen mit dem Iran, Möglichkeiten einer Amtsenthebung, oder den von Trump immer wieder „beschimpften deutschen Exportüberschuss“.

Viel von dem was Trump mache „ist Showpolitik!“, entscheidend sei dabei jedoch das, was er auch umsetzen könne, erklärte Pindur. Auf die Frage, ob die Trumpsche Politik irgendwann zur Eskalation führe, sagte der Historiker, dass eine solche „zwar in Ansätzen in den sozialen Medien bereits stattfindet, aber aus meiner Sicht besteht dafür real keine Gefahr“. Auch eine Amtsenthebung sei „äußerst unwahrscheinlich, dafür ist eine massive allgemeine und politische Welle gegen Trump nötig“.


Mit intelligenten Fragen leiteten die Gymnasiasten interessante und ergiebige Dialoge ein. Auf dem Foto von links: Simon Fischer, Janina Damhuis, Marcus Pindur, Julian Kathmann und Marvin Hasch.
Foto: Gerd Mecklenborg

aus: Meppener Tagespost, 29.10.2018

 
74 Schüler lernen in Lingen auch in den Herbstferien
16. Schülerakademie im Ludwig-Windthorst-Haus
(15.10.2018)
 

Von Jessica Lehbrink

Lingen. Lernen in den Herbstferien: für manche Schüler unvorstellbar. 47 Teilnehmer aus emsländischen und 27 von Gymnasien aus der Grafschaft jedoch haben eine Woche lang genau dies getan. Sie haben an der 16. Schülerakademie teilgenommen. Die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten haben die Jugendlichen nun am Freitag im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus vorgestellt.

Sie wurden zu Poetry-Slammern, Analysten und Erfindern, Diskutanten und Experten für die fernöstliche Kultur: Die Teilnehmer der Schülerakademie waren, trotz der Herbstferien, wissbegierig. Bereits zum 16. Mal hat die Veranstaltung des LWH in Kooperation mit Förderern, darunter beispielsweise die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim sowie der Wirtschaftsverband Emsland, stattgefunden. „Ihr habt das LWH eine Woche lang mit Leben gefüllt“, richtete sich Michael Brendel, Leiter der Schülerakademie, an die Teilnehmer im Publikum. Schon vor den Darbietungen der Schüler zeigte er sich beeindruckt von deren Einsatzbereitschaft.

Dem schloss sich Manfred Rojahn von der Niedersächsischen Direktionsvereinigung an. Er habe einige Tage der Akademie erlebt und sprach von einer „ausgeprägten Kreativität der Teilnehmer“. Auch seien sie harmonisch in ihrer Zusammenarbeit miteinander umgegangen. „Leistungsstärkere Schüler werden oft zu selten berücksichtigt“, merkte Rojahn an, weshalb er das Konzept der Akademie als wichtig empfindet. „Es war fast so, als ob die Schüler darauf gewartet hätten, mehr gefordert zu werden.“

Die Kreativität der Schüler wurde bei der Abschlussveranstaltung im LWH deutlich. „Was Politik aus Serien lernen kann“: vor allem in Zeiten von Online-Portalen für Filme und Serien ein zeitgemäßes Thema. Die Jugendlichen bedienten sich insbesondere an der Netflix-Serie „House of Cards“, die sie als „sehr realitätsnah empfinden“. Wie wenig fiktiv sie wirklich ist, bewies ein Spiel, an dem sich das Publikum beteiligte. Es galt, spitzfindige Zitate des Serien-Präsidenten von ebenso konfliktbehafteten Aussagen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu unterscheiden. Dies sorgte nicht nur für Gelächter, sondern auch für Verblüffung.

Ebenfalls angelehnt an Problemthemen waren die Texte des Workshops Slam-Poetry: Aufgeteilt in drei Akte, boten die Jugendlichen Texte, die unter anderem von Sexismus, Homophobie und dem Wandel im Alltag handelten. Dafür ernteten die jungen Poeten großen Applaus, brachten sie ihre Gesellschaftskritik doch klar auf den Punkt. Andere wiederum wurden zu Konstrukteuren. Sie entwickelten die Idee des Smarthomes weiter, also dem durch Technik vereinfachten Leben in den eigenen vier Wänden. Nicht nur das: Auch für die Gartenpflege präsentierten sie clevere Innovationen wie zum Beispiel eine Anlage zur Fütterung der Fische im Teich.

Die Schüler des Seminars „Ethik in der Medizin“ scheuten sich nicht vor brisanten Themen wie Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe; andere beschäftigten sich in einer inszenierten Gerichtsverhandlung mit der „Einführung in das Strafrecht“. Die letzte Akademiegruppe „Japan Now!“ erlernte binnen einer Woche sogar, einfache Dialoge auf Japanisch zu führen, und brachte das Publikum bei einem fernöstlichen Lied zum Mitsingen. Begleitet wurden sie dabei von Brendel am Klavier.

Redner der Abschlussveranstaltung waren neben Rojahn auch Maria Borgmann vom Wirtschaftsverband Emsland, Martin Gerenkamp vom Landkreis Emsland, Uwe Fietzek vom Landkreis Grafschaft Bentheim sowie Staatssekretärin Gaby Willamowius vom Kultusministerium. „Ich bin tief beeindruckt“, sagte sie und schloss sich somit ihren Vorrednern an. Willamowius appellierte an die Schüler, neugierig zu bleiben und mutig zu sein, denn „es ist wichtig zu erkennen, dass es nach der Schule eine Bandbreite an Möglichkeiten gibt“.

Maria Borgmann ging noch einen Schritt weiter und meinte: „Hier sitzen die Fach- und Führungskräfte, vielleicht sogar die Politiker von morgen.“


„Was Politik aus Serien lernen kann“, war das Thema eines der Workshops. Bei einem Spiel konnte sich das Publikum beteiligen.
Foto: Jessica Lehbrink

aus: Meppener Tagespost, 15.10.2018

 
Gymnasium Haren beleuchtet die Politik Donald Trumps
Akademieabend am 18. Oktober / Vortrag von Marcus Pindur
(12.10.2018)
 
pm Haren. Mit den politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten seit der Amtsübernahme von Donald Trump und den damit zusammenhängenden Konsequenzen für das deutsch-amerikanische Verhältnis wird sich das Gymnasium Haren im Rahmen eines öffentlichen Akademieabends am 18. Oktober befassen.

Dass der politische Stil Donald Trumps in allen Teilen der Welt nicht nur registriert, sondern für vielfältige Reaktionen und mitunter auch für Kopfschütteln und Ängste sorgen wird, war bereits im Vorfeld des offiziellen Amtsantritts des Präsidenten absehbar. Wichtige politische Botschaften werden per Twitter verkündet, tradierte Werte und Normen wie die Meinungs- und Pressefreiheit oder der Freihandel werden massiv kritisiert, und altbewährte Bündnisstrukturen wie die NATO werden in Zweifel gezogen. Durch den gezielten Bruch mit bestehenden Strukturen sehen sich auch Deutschland und die Europäische Union als Partner der Vereinigten Staaten mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Das Gymnasium Haren nimmt sich als Europaschule bewusst dieser Thematik an, da durch den amtierenden US-Präsidenten Werte einer freien und offenen Gesellschaft infrage gestellt werden und sich vor dem Hintergrund der deutsch-amerikanischen Freundschaft als wichtiger Garant für den Frieden die Frage nach den Zukunftsperspektiven förmlich aufdrängt.

Mit Marcus Pindur, Hörfunkjournalist beim Deutschlandradio, der in den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet hat, konnte ein ausgewiesener Kenner der gegenwärtigen US-Politik gewonnen werden, der den Zuhörern aus erster Hand von Erlebnissen und Erfahrungen berichten und die politischen Veränderungen skizzieren wird. Darüber hinaus wird der Journalist auf die Folgen für Deutschland und Europa eingehen und mögliche Antworten auf die Politik Donald Trumps aufzeigen.

Im Anschluss an den Impulsvortrag werden Janina Damhuis, Simon Fischer, Marvin Hasch, Matti Held und Julian Kathmann, allesamt Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haren, eine vertiefende Podiumsdiskussion moderieren. Die Harener Buchhandlung Kremer wird darüber hinaus Fachliteratur zum Thema präsentieren. Bei Getränken und einem Imbiss wird zudem noch die Möglichkeit für vertiefende Gespräche bestehen.

Das Programm des Akademieabends, zu dem die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 19.30 Uhr im Forum des Schulzentrums Haren (Jahnstraße). Der Eintritt ist frei.


Foto: Gymnasium Haren

aus: Meppener Tagespost, 12.10.2018

 
Vertiefen, was Spaß macht
Minister von Ergebnissen der Junior-Akademie in Papenburg beeindruckt
(05.10.2018)
 

Von Gerd Schade

Papenburg. Beeindruckt von den Ergebnissen der 11. Junior-Akademie an der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg hat sich der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gezeigt.

Knapp 90 Schüler aus der Region Weser-Ems im Alter von 13 bis 15 Jahren arbeiteten in der ersten Herbstferienwoche in verschiedenen Workshops unter dem Motto „Horizonte erweitern – Visionen entwickeln“. Ob Philosophie, Politik, Physik, Musik oder Kunst – die Resultate stellten die Jugendlichen am Donnerstag in einer Abschlusspräsentation vor.

Unter den Ergebnissen waren experimentelle musikalische Eigenkompositionen, Reden zu den Themen Mobbing und Migration, eine musikalische Polit-Talkshow, philosophische Gespräche, Erzeugnisse aus dem 3-D-Drucker sowie nachdenklich stimmende Beiträge zu Klimawandel und Nachhaltigkeit („Plastik-Tsunami“). Führungen durch die Workshop-Räume rundeten die Präsentation ab.

Minister Tonne bedauerte, dass es so etwas wie die Junioren-Akademie zu seiner Schulzeit nicht gegeben habe. Das Projekt sei ein bedeutender Beitrag, um junge Menschen zu unterstützen. Es helfe, ihre Fähigkeiten, Interessen und Kompetenzen zu entfalten. Dabei geht es nach den Worten des Ministers nicht allein darum, die kognitiven Fähigkeiten zu stärken. „Wichtiger ist, das zu vertiefen, was Spaß macht“, betonte Tonne. Auch auf diese Weise gelinge es, Empathie zu entwickeln und zu lernen, eigenständig zu handeln. Dass sich die Teilnehmer für die Akademie und gegen das Sofa entschieden hätten, zeuge von hoher Motivation, so Tonne. HÖB-Leiter Thomas Südbeck bescheinigte Schülern und Dozenten hohes Engagement und eine intensive Arbeitsatmosphäre – „und das in den Ferien. Hut ab!“

Landrat Reinhard Winter (CDU) sieht in der Akademie eine weitere Facette im emsländischen Bildungsangebot. Im Landkreis gebe es aktuell 171 allgemein- und berufsbildende Schulen mit fast 50 000 Schülern. Seit Kreisgründung seien durch den Landkreis mehr als 200 Millionen Euro in Baumaßnahmen an emsländischen Schulen investiert worden. Davon allein mehr als Drittel seit 2010, so Winter.

Ein weiterer Eckpfeiler sei die „Bildungsregion Emsland“, über die auch die Junior-Akademie mit 9800 Euro gefördert worden sei. Der Bildungsregion, 2005 gegründet und anfangs belächelt, sind Winter zufolge inzwischen 165 Schulen und 128 Kindergärten angeschlossen. „Sie alle vernetzen sich, tauschen sich aus und arbeiten immer enger zusammen.“ Ziel sei es, die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten im Bildungssektor noch effektiver auf die Belange der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auszurichten. „Im Vordergrund steht insbesondere der Vernetzungsgedanke, der nahtlose Übergang in allen Bildungsbereichen ermöglicht – in Kita genauso wie in Schule, Ausbildung und Beruf“, betonte Winter.

Die Junior-Akademie ermögliche den Teilnehmern eine intellektuelle und soziale Herausforderung mit Inhalten, die zum Teil weit über den Schulstoff hinausgehen. „Sie sind dabei nicht die Außenseiter oder Überflieger, sondern lernen mit Gleichgesinnten, das ist für viele ein neues und besonderes motivierendes Umfeld.“

In einer Talkrunde, die Südbeck gemeinsam mit der Schülerin Ann-Sophie Rave moderierte, erklärte Regierungsschuldirektorin Karen Mull auf Nachfrage Raves, dass die Akademie an den Schulen ein nachhaltiges Standing habe. Der stellvertretende Papenburger Ratsvorsitzende (SPD) Peter Behrens bezeichnete die Fehnstadt als einen Hochtechnologie-Standort, der auch in Zukunft Fachkräfte benötige. Als Beispiel für Hightech nannte Behrens das auf der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“, das als erstes seiner Art zu fast 100 Prozent mit Flüssiggas (LNG) betrieben wird.


Künstlerbücher – Bücher ohne Grenzen!, hieß einer von sieben Kursen, den die HÖB im Rahmen ihrer 11. Junior-Akademie angeboten hat.
Foto: Gerd Schade

aus: Meppener Tagespost, 05.10.2018