Das Schulprogramm der Hauptschule Salzgitter-Thiede

Die Hauptschule Salzgitter-Thiede als Pilotschule

Seit Januar 1999 nimmt die Hauptschule Salzgitter-Thiede am Pilotprojekt „Schulprogrammentwicklung, Beratung und Evaluation" des Niedersächsischen Kultusministeriums teil. Das bedeutet, dass an unserer Schule bis zum Jahr 2003 ein Schulprogramm entwickelt und dieses Programm von internen aber auch externen Beratern auf seine Wirksamkeit und Durchführbarkeit hin überprüft wird.

Kollegium, Schüler und Eltern haben sich die Aufgabe gestellt, die Arbeit in der Schule weiterzuentwickeln, zu verbessern und bereits vorhandene gute Ansätze auszubauen und zu unterstützen. Das alles bedeutet für jeden einzelnen viel Arbeit und ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, deren Ziel es ist, Schule zu verbessern.

Die Situation der Hauptschule Salzgitter-Thiede

Als die Hauptschule Salzgitter-Thiede 1975 feierlich eröffnet wurde, war das für den Ort Thiede/Steterburg ein wichtiges und bemerkenswertes Ereignis. 250 Schüler und Schülerinnen besuchten von nun an diese neue Hauptschule, wurden von 25 Lehrerinnen und Lehrern in modern eingerichteten Fach- und Klassenräumen unterrichtet. Ein zweiter Gebäudekomplex war geplant – man rechnete damals damit, dass die Hauptschule auch „Haupt"-Schule bleiben würde.

Die Zeiten haben sich geändert, viele Eltern schickten und schicken ihre Kinder auf die Realschule und das Gymnasium, obwohl gerade die Hauptschule Salzgitter-Thiede immer bemüht war, nicht nur effektiv Wissen zu vermitteln und zu erziehen, sondern auch Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und pädagogisch innovativ zu sein. So wollen wir mit unserem Schulprogramm zeigen, dass wir eine lebendige Schule sind, die die Ortschaft bereichert und mitgestaltet hat und dieses auch in Zukunft tun wird.

Heute sind an der Schule 12 Lehrerinnen und Lehrer und 166 Schülerinnen und Schüler damit beschäftigt zu lernen und zu lehren. Das Einzugsgebiet unserer Schule ist der ländliche nordöstliche Teil der Stadt Salzgitter, die die größte Flächenstadt Deutschlands ist. Wir haben einen relativ hohen Anteil an türkischen Schülerinnen und Schülern, die aber zum großen Teil hier geboren sind, und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion.

 

Das Leitbild unserer Schule

Unsere Arbeit in und an der Schule orientiert sich natürlich in erster Linie am Niedersächsischen Schulgesetz. Daraus und aus unserer Verantwortung den Schülerinnen und Schülern, den Eltern sowie den auszubildenden Betrieben gegenüber ergibt sich folgendes Leitbild, dem sich die Hauptschule Salzgitter-Thiede verpflichtet fühlt:

In die Verantwortung nehmen –

Chancen geben –

Achtung zeigen –

Freu(n)de haben

 

Wir wollen

o die Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler stärken, indem wir ihnen helfen, ihre Neigungen und Stärken besser zu erkennen und diese auszubauen; ihre eigene Meinung zu vertreten und die Meinung Andersdenkender zu tolerieren;

o ihre Selbständigkeit erhöhen, indem wir Leistung fordern und durch Erfolge Leistungsbereitschaft fördern sowie eigenverantwortliches Lernen und Teamarbeit unterstützen und ausbauen.

Wir wollen,

o dass alle Beteiligten Verantwortung für sich selbst, ihre Mitmenschen und die Umwelt übernehmen;

o rücksichtsvoll und respektvoll miteinander umgehen und

o Lernen und Lehren in einem guten Arbeitsklima vonstatten gehen kann

Wir wollen,

o die Schülerinnen und Schüler in der oft schwierigen Zeit des Erwachsenwerdens begleiten und ihnen über problematische Phasen hinweghelfen, indem wir sie mit Instrumenten zur Konfliktlösung und zur Überwindung innerer Widerstände bekannt machen;

o auch als Vorbild zeigen, dass Disziplin und Selbstdisziplin ein guter Weg ist, Schwierigkeiten und Hürden zu überwinden.

Arbeitsschwerpunkte

Damit wir diesem Leitbild möglichst nahe kommen, haben wir uns einige Arbeitsschwerpunkte gesetzt, bei denen wir hoffen, dass sie unser Vorhaben unterstützen. Es handelt sich hierbei um

o eine Maßnahme zum Umgang mit störenden und verhaltensauffälligen Schülern, die allen Beteiligten ein Lernen und Lehren in entspanntem und ungestörten Arbeitsklima ermöglichen soll,

o die Erstellung eines Förderkonzeptes für Schülerinnen und Schüler, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen und für solche, die Probleme mit Grundlagen in Deutsch und Mathematik haben,

o eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit den Betrieben von Industrie und Handwerk, an die wir unsere Schülerinnen und Schüler in der Regel nach Abschluss der 9. oder 10. Klasse abgeben,

o die Entwicklung eines Konzeptes zum besseren und effektiveren Einsatz der bei uns vorhandenen Computer und zum Umgang mit Software und Internet,

o sowie die Gestaltung des Schullebens, damit sich jeder an der Schule Tätige hier wohlfühlen und sich mit ihr identifizieren kann.

o Qualitätssicherung von Unterricht durch offene Unterrichtsformen, Freiarbeit, Projektarbeit und die Eingangsphase in Klasse 7

 

Inhaltliche Schwerpunkte

Das Fach AW an der Hauptschule Salzgitter-Thiede

Das Fach Arbeit-Wirtschaft ist naturgemäß für die Hauptschule, die ja auf eine Berufsausbildung vorbereitet, ausgesprochen wichtig. Berufsvorbereitung ist für uns ein Prozess, der schon im 7. Jahrgang beginnt und praktische sowie theoretische Bereiche umfasst. Einige Beispiele sollen diesen Prozess verdeutlichen:

7. Jahrgang:

o Informationen beschaffen und den Arbeitsalltag kennen lernen durch Betriebserkundungen z. B. in einer Schlachterei, einer Tischlerei usw.;

o Vorstellung des Elternberufes / der Elternberufe;

8. Jahrgang:

o Betriebserkundung in einer Großküche, eines KFZ-Betriebs und einer Bäckerei;

o Informationsbeschaffung durch Material des Arbeitsamtes;

9. Jahrgang:

o Der Berufsberater informiert;

o Besuch des BIZ und der Aus- und Weiterbildungsmesse;

o dreiwöchiges Betriebspraktikum;

o MAN-Betriebsbesichtigung

o Information durch die Ausbilder von MAN

o Projekte in Zusammenarbeit von VW und Hauptschule (z. B. der Bau von Bänken für die Pausenhalle)

o Bewerbertraining durch die AOK.

10. Jahrgang:

o Ständige Besuche des Berufsberaters in der Schule;

o VW-Betriebsbesichtigung

o Information durch die Ausbilder von VW;

o Besuch der Aus- und Weiterbildungsmesse;

o Möglichkeit eines Kurzpraktikums – eine Woche

o Projekte in Zusammenarbeit von VW und Hauptschule (z. B. die Herstellung von Metall-Papierkörben für die Klassen);

o Computer am Arbeitsplatz (AOK)

Die Entwicklung der zur Zeit bestehenden Verbindungen

Bereits Anfang der neunziger Jahre versuchte die Hauptschule Salzgitter-Thiede über das reguläre Berufspraktikum im 9. Jahrgang hinaus Kontakte zur Handwerk und Industrie zu knüpfen. So konnten zum Beispiel im November 1993 44 Schülerinnen und Schüler der damaligen 8. Klassen im Beddinger VW-Werk ein einwöchiges Schnupperpraktikum absolvieren. Die Zusammenarbeit mit VW wurde kontinuierlich weiterentwickelt und von beiden Seiten gepflegt. So entstand 1995 eine Schulpartnerschaft mit der VW Coaching GmbH, in der folgende Maßnahmen vereinbart wurden:

o Ausweitung des Schulunterrichts durch fallbezogene Betriebsbesichtigungen im Volkswagenwerk Salzgitter,

o Unterstützung der Unterrichtsarbeit durch gelegentliche Bereitstellung von Fachleuten der Berufsausbildung,

o Anbieten von Plätzen für das Schülerbetriebspraktikum,

o Informationsveranstaltungen mit Eltern, Lehrern und Schülern zur Berufsausbildung,

o Berufsinformationen für die Schüler der Abgangsklassen durch Mitarbeiter der Berufsausbildung,

o Teilnahme von Lehrkräften der Hauptschule Thiede an ausgewählten Maßnahmen des betrieblichen Bildungsprogramms,

o Bei Bedarf Unterstützung der schulinternen Lehrerfortbildung durch Fachleute der Berufsausbildung,

o Anbieten von Anschauungsmaterial für den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich im Rahmen der Möglichkeiten,

o Kooperation von Lehrern und Mitarbeitern der Berufsausbildung bei der Gestaltung des berufskundlichen Unterrichts,

o Austausch von Informationen zur Veränderung im betrieblichen und schulischen Bildungsbereich,

o Gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen der Partner.

In den folgenden Jahren wurden diese Absichtserklärungen mit Leben gefüllt und gipfelten schließlich in der Einrichtung eines modernen Computerraums in der Schule, der komplett von der VW-Coaching GmbH gesponsert wurde.

Neben der Coaching GmbH wurden auch das Ausbildungswesen von MAN und der Salzgitter AG ein wichtiger Partner, mit denen die Zusammenarbeit intensiviert wurde. Außerdem fanden des öfteren Gespräche mit dem Vorsitzenden der Handwerkskammer Salzgitter statt, der von den Problemen der Handwerker mit ihren Auszubildenden berichtete, aber auch an den Schwierigkeiten des Schulalltags interessiert war.

 

Ein Trainingsprogramm zur Lösung von Disziplinproblemen

Viele Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule, aber auch etliche Schülerinnen und Schüler klagen darüber, dass es immer wieder zu Unterrichtsstörungen kommt, durch die Unterrichtszeit verschwendet wird, die ablenken und die Konzentration oft erschweren. Hinzu kommt, dass Ermahnungen, Androhungen und Strafen oft so gut wie gar keine Wirkung zeigen. Ein Artikel in der Zeitschrift „Lernchancen" brachte uns auf die Idee, einmal einen etwas anderen Weg zu gehen: „Die Alternative zu der Anwendung der genannten erzieherischen Strafen besteht darin, auf der Basis gegenseitigen Respekts bei den Schülern und Schülerinnen die Übernahme eigener Verantwortung für die eigenen Ziele und Handlungen zu fördern und die Klasse vor störenden Schüler/innen zu schützen."

 

 

Ziele des Programms

Die Ziele des Programms unterstützen unser Bemühen, das oben genannte Leitbild an unserer Schule zu verwirklichen. Besonders die Punkte Rücksichtnahme, Verantwortung und Selbständigkeit finden sich hierin wieder.

 

 

Gegenseitiger Respekt

Konsens über folgende Rechte und Pflichten für Lehrer und Schüler ist anzustreben:

o Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.

o Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

o Jede/r muss stets die Rechte der anderen respektieren.

 

Erstellung eines Förderkonzeptes

An jeder Schule besteht Förderbedarf. Sei es die Förderung in Bereichen der Fachkompetenz (Deutsch, Englisch, Mathematik), der Methoden (Lernen lernen) und auch der Sozialkompetenz oder sei es der Förderbedarf im rein sprachlichen Bereich, wie er zum Beispiel bei russischen Spätaussiedler/innen oder neu aus der Türkei gekommenen Schüler/innen besteht. Nicht zu vergessen die Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler, die sicher oft durch Verhaltensauffälligkeiten ihre Unzufriedenheit mit der Schule und dem Unterricht, der sie permanent unterfordert, zum Ausdruck bringen und wohl auch deshalb an der für sie falschen Schulform gelandet sind.

Die Diskussion dieser verschiedenen Aspekte im Kollegium brachte uns dazu, uns erst einmal auf die Förderung der nicht Deutsch muttersprachlich sozialisierten Schülerinnen und Schüler zu konzentrieren, weil uns die Problematik hier am stärksten erschien. Daneben wird auch der Bereich der Förderung der Grundfertigkeiten in Deutsch und Mathematik bei leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern weiter im Auge behalten.

Da die äußere Organisation unserer Förderung seit langer Zeit praktiziert und für gut befunden wird, stellt sich die Frage nach ihrem inhaltlichen Konzept. Welche Inhalte und Methoden muss Förderunterricht der oben genannten beiden Bereiche aufweisen, damit er effektiv stattfinden kann und sein Ziel, den Ausgleich von Defiziten, möglichst rasch erreicht? Dieses wird ein Arbeitsschwerpunkt in der kommenden Zeit sein.

 

Effektiver Einsatz und Nutzung der uns zur Verfügung stehenden neuen Technologien

Für unsere kleine Hauptschule haben wir – Dank des Sponsorings der VW-Coaching GmbH – schon seit über vier Jahren einen recht gut ausgestatteten Computerraum. Zehn Pentium 133 Rechner mit dem Betriebssystem Windows 95 bilden zusammen mit einem weiteren Pentium 133 mit Windows NT als Server unser Netz. Durch einen Proxy Server haben wir von jedem Computer Zugang zum Internet. 

Leider mussten wir in der Vergangenheit feststellen, dass wir unseren Raum nicht so ausnutzen, wie es wünschenswert wäre. Da das Fach Informatik in der Hauptschule nicht zum Lehrplan gehört, fand viel Arbeit mit und am Computer in Arbeitsgemeinschaften statt. Das ist gut - besser ist es jedoch, wenn die Computer auch in den täglichen Unterricht mit einbezogen werden können. Um dieses Vorhaben zu erleichtern haben wir das Projekt "Fit am Computer" gestartet, das Lehrern wie Schülern helfen soll, den Computer als tägliches und selbstverständliches Medium zu nutzen.

Unser Projekt "Fit am Computer"

In diesem Projekt sollen unsere Schüler die Programme

§ Microsoft Windows 95

§ Microsoft Word (Office 97)

§ Microsoft Excel (Office 97) sowie den

§ Internet Explorer 5.0

kennen lernen, anwenden und Grundtechniken im Umgang mit ihnen beherrschen. Die Microsoft Produkte sind die in Berufsleben wie auch im privaten Bereich am weitesten verbreitete Programme. Durch die umfangreichen Hilfefunktionen ist auch ein selbständiges Lernen möglich.

In Klasse 7 lernen die Schüler während der Eingangsphase und danach in ausgewählten Deutschstunden

· die Oberfläche von Windows 95 und Word kennen,

· Grundtechniken in Windows 95 (Fenster, Anlegen von Ordnern, Einstellungen in der Systemsteuerung usw.)

· Grundtechniken in Word (Icons, Texteingabe und Formatierung, Speichern und Öffnen von Dateien)

· sowie damit zusammenhängend das 10-Finger-Schreibsystem kennen.

In Klasse 8 sollen dann während der Projektwoche, aber auch in einzelnen Unterrichtstunden der verschiedenen Fächer, die bisher gewonnenen Kenntnisse vertieft werden. Das heißt z. B.

· Kennen lernen weiterer Windows 95 Funktionen (Verknüpfung, Arbeiten mit dem Explorer, Suchfunktionen usw.)

· Erstellen einer Schülerzeitung mit Word, Nutzung des Programms zum Anfertigen von Hausaufgaben, Protokollen und Berichten.

Schwerpunkt des Umgangs mit dem Computer in Klasse 9 und 10 ist dann die Anwendung von Excel und der Umgang mit dem Internet. Hierbei kommt jetzt dem Fach Mathematik und Physik eine stärkere Rolle zu als noch in der 7. und 8. Klasse. Ebenso können alle Fächer das Internet als Plattform für Recherche, Information aber auch Selbstdarstellung (Homepage) und Kommunikation nutzen. Konkret bedeutet dies

· Kennen lernen der Programmoberfläche von Excel 

· Tabellenformatierung

· grafische Darstellung in Diagrammen, dann in Klasse 10

· Formeln und Funktionen

· und Datenpräsentation

Der Umgang mit dem Internet wird in erster Linie bei der Recherche nach relevanten Informationen stattfinden. Hierbei sollen die Schüler

· den Umgang mit Suchmaschinen,

· das Downloaden von Dateien und

· das Speichern und Laden von Internetseiten üben.

Wünschenswert wäre darüber hinaus der Kontakt zu anderen Schulen (vielleicht auch in anderen Ländern) und die konstruktive Mitarbeit der einzelnen Klassen oder Lerngruppen an der Gestaltung der Homepage.

Der kostenlose Internetzugang der Telekom hat uns dabei eine – finanzielle – Sorge abgenommen. Probleme bestehen aber nach wie vor.

Qualifizierung der einzelnen Lehrkräfte für den Computerunterricht

Obwohl ein großer Teil des Kollegiums bereits zu Hause mit dem Computer arbeitet und auch das Internet nutzt, bestehen dennoch viele Unsicherheiten in Bezug auf den Einsatz der modernen Medien im Unterricht. Diese versuchen wir mit selbstorganisierten Lehrerfortbildungen zu beheben. So kam es in den letzten Jahren zu zwei selbstorganisierten Fortbildungen zusammen mit anderen Schulen, die von entsprechend vorgebildeten Lehrkräften geleitet wurden. Thema dieser Fortbildungen waren der Einsatz von WORD und EXCEL sowie das Kennenlernen bestimmter Unterrichtssoftware für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Geschichte und Arbeit/Wirtschaft. Folge dieser Fortbildungen war, dass vermehrt Kollegen mit ihren Schülern den Computerraum nutzen, obwohl hier sicherlich noch eine größere Beteiligung wünschenswert wäre.

Die Gestaltung des Schullebens: Schule als Lebensraum

Bereits im Dezember 1992 wurde in einem Gesamtkonferenzbeschluss der Hauptschule Salzgitter-Thiede die Umgestaltung der Schule zur „Schule als Lebensraum" zum pädagogischen Schwerpunkt gemacht.

In einer Projektwoche wurden Schüler- Lehrer- und Elternvorschläge dann praktisch umgesetzt, was zu einer räumlichen Umgestaltung der Pausenhalle, der Flure, des Lehrerzimmers und des Schulhofes führte. Ein Schulgarten wurde angelegt, u. a. mit einer Trockenmauer und einem „Pfad der Sinne". Seit dieser Zeit ist es Tradition, dass die jeweiligen Abschlussklassen einen Baum stiften, der als Jahrgangsbaum in diesen Garten gepflanzt wird.

Die Arbeitsgemeinschaft „Veränderter Unterricht" hatte sich der Themen „Freiarbeit" und „Einführungsphase" angenommen, so dass in der Folge Wochenplanarbeit und Freiarbeit zum Alltag gehören.

So sind wir stolz darauf, mit Hilfe einiger Eltern seit längerer Zeit eine regelmäßige Cafeteria mit breitem Sortiment in beiden großen Pausen anbieten zu können. Die Cafeteria wird von den Schülern sehr gut angenommen und das unerlaubte Verlassen des Schulhofes hat stark nachgelassen.

 

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Schullebens ist die Gestaltung des Schulgartens und des Pausenhofes. Mit Lehrern und Schülern werden alle im Laufe des Jahres anfallenden Gartenarbeiten erledigt. In Projekten wurden bis jetzt bereits Weideniglus, eine Trockenmauer und ein Pfad der Sinne angelegt, ein Schulteich soll zum wiederholten Mal restauriert werden. Für die Zukunft sind weitere Projekte geplant. Auf dem Schulhof und in der Pausenhalle soll das bereits bestehende Angebot an Kickern, Tischtennisplatte, Volleyballfeld und Torwand kontinuierlich erweitert werden.

 

Qualitätssicherung von Unterricht

Die Eingangsphase

Qualitätssicherung von Unterricht bedeutet für uns auch die Festlegung einer verbindlichen Eingangsphase für die neuen Schüler/innen der 7. Klassen. Die Aktionen erstrecken sich über ca. vier Wochen und werden von den Schüler/innen sehr gut angenommen

Unter anderem finden folgende Aktionen statt:

o Eingangstests in Rechtschreiben, Mathe und Englisch

o Einweisung in den Computerraum

o Gemeinsamer Besuch an den Wohnorten der Schüler/innen (Fußmarsch oder Radtour)

o Klassenraum- und Schulbegehung

o Klassenraumgestaltung

o Sporttag

o Kennen lernen der Fachräume Küche, Textilraum, Werkraum, Physikraum

o Fächerübergreifende UE, z.B. zum Thema „Wasser", dabei Einüben von Mappenführung usw.

o Vermittlung von Regeln

o Ermittlung der Gefühls- und Interessenslage der Schüler mit Hilfe von zu vervollständigenden Satzanfängen

o Kennen lernen des Minidiktates; erste Aufgaben als Freiarbeit

Die Eingangsphase hat sich als hilfreich und motivierend für die neuen Schülerinnen und Schüler erwiesen. Bei Befragungen im Anschluss an die ersten vier Wochen äußerten sich alle durchweg positiv. Ebenso machten beim ersten Elternsprechtag die Eltern grundsätzlich positive Aussagen, einmal über die Motivation ihrer Kinder zur Schule zu gehen, zum anderen über das gute Klima, was an dieser Schule herrscht. Es ist uns bei diesen Äußerungen durchaus klar, dass sie auch deshalb so positiv sind, weil das Image der Hauptschule an der Orientierungsstufe von der die überwiegende Zahl unserer Schüler/innen kommt, durchweg negativ besetzt ist.

 

Schlüsselqualifikationen

Die Gesellschaft verändert sich immer mehr und mit zunehmender Geschwindigkeit. Das bedeutet einerseits, dass sich der Unterricht verstärkt auf die Vermittlung von Grundwissen konzentrieren muss. Andererseits fragen Betriebe heute bei der Bewerberauswahl mehr und mehr nach sozialen Fähigkeiten, Kommunikations- und Teamfähigkeit und selbständigem und selbstverantwortlichem Handeln.

Als Konsequenz ergibt sich für uns daraus, diese Schlüsselqualifikationen bereits ab dem 7. Jahrgang mit vielen verschiedenen Unterrichtsformen und -methoden den Schüler/innen so zu vermitteln, dass sie am Ende der 10. Klasse die Abschlussprüfungen erfolgreich absolvieren.

Dafür benötigen wir einen breiten Konsens im Kollegium über das Anforderungsprofil an die Schlüsselqualifikationen, damit wir mit unserem Unterricht darauf reagieren können. Durch gegenseitige Hospitationen, verbindliche Absprachen in Fachbereichskonferenzen und schulinternen Lehrerfortbildungen wollen wir die Qualität von Unterricht steigern.

 

Arbeitsplan (siehe Anhang)