Zwangsarbeit in der Nazizeit
Arbeitsgruppe: Sabrina Meyer, Carsten Hassler, Maria Suleiman, Wenko Loerts
 

Zwangsarbeit ist jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Anordnung irgendeine Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung stellen. Aus ganz Europa wurden in der Nazizeit Zwangsarbeiter verschleppt. Es gab ungefähr 2500 Zwangsarbeitfirmen (20000 Lager) in ganz Deutschland.

                                        Zwangsarbeiter in ihren Räumen

Bereits im September 1939 übernahm das Oberkommando der Wehrmacht die Emsland-Lager 6-11 und nutzten sie als Kriegsgefangenlager bis Kriegsende. Über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien wurden dort eingesperrt. Die Zwangsarbeiter, die im Moor arbeiteten, nannten sich selbst Moorsoldaten. Sie mussten nicht nur hart arbeiten, sie mussten auch oft in den Lagerhallen auf dem harten Boden schlafen und bekamen nur sehr wenig zu essen. 

                    Die Gräber russischer Zwangsarbeiter 

Zwangsarbeiter waren unter anderem Kinder, Frauen und Männer. Sie mussten in Mooren arbeiten, Kanäle säubern und dem Militär dienen. Sie mussten meistens mit der Hand arbeiten, sonst mit Werkzeugen wie Schaufel, Harke, Schubkarre, Sense, Spaten und andere Werkzeuge, die man für Felderarbeit benötigt. Menschen wurden ins KZ gesteckt weil sie jüdischer Herkunft waren, eine andere Meinung als die Nazis hatten, körperlich oder geistig behindert waren, homosexuell waren oder weil sie anders aussahen. Wenn sie ins KZ gesteckt wurden, wurden ihnen die Klamotten genommen, um sie niederzumachen und die Haare abgeschert. Die Kinder mussten genau so hart arbeiten wie die Erwachsenen. Da die Aufseher sich die Namen der Eingesperrten nicht merken wollten, wurden ihnen Nummern in die Hand eingraviert. In den KZs wurden bis 1945 sechs Millionen Juden umgebracht.
 

                                Die Karte der Zwangsarbeiterlager

Im Kreis Leer existierten unter dem Nationalsozialisten 15 Zivilarbeitslager, davon 9 im Rheiderland .In den Lagern waren 2630 Menschen kaserniert. Im Herbst 1944 war im Reichsgebiet jeder dritte Arbeitsplatz von einem Ausländer besetzt. Der große Teil der Zwangsarbeiter wurden von Fremdarbeitern abgeleitet. Es waren Polen, Russen, Ukrainer, Franzosen, Italiener, Niederländer und Menschen aus anderen Nationalitäten. 


Größe der Zwangsarbeiterlager im Bereich Weener

Auf Borkum gab es früher ein eingerichtetes  Zivilarbeiterlager, wo nach der Befreiung noch 150 ausländische Zwangsarbeiter lebten. Auf dem Friedhof auf Borkum liegen zehn  Ausländer begraben, darunter sieben aus der UdSSR.


Polnische Zwangsarbeiterinnen

Eine Frau aus Bunderhee wurde zu einer zweijährigen Zuchthausstrafe verurteilt, weil sie den Zwangsarbeitern etwas zu essen gab.
 

Aus dem Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945:

„In einem `Zivilarbeitslager´ in Landsburg lebten bei der  Befreiung noch 80 ausländische Zwangsarbeiter und 200 ausländische Zwangsarbeiterinnen. Diese Lager gehörten vermutlich zur Firma Klatte, ein Bremer Rüstungs- und Flugzeugbaubetrieb.  Die `Zivilarbeitslager´ in Weenermoor und Stapelmoor hatten eine Belegstärke von 150 bzw. 250 Zwangsarbeitern.  Die jeweils 200 ausländischen Zwangsarbeiter in den Lagern in Diele und Holthusen mussten Schanzarbeiten verrichten und Schützengräben ausheben.  In zwei weiteren Zwangsarbeiterlagern in Möhlenwarf  und Tichelwarf waren 120 bzw. 90 ausländische Zwangsarbeiter untergebracht.  Die Nahrungsmittelfabrik Frisia in Weener setzte Häftlinge aus dem Emslandlager III Brual-Rhede ein. Auf dem evangelischen Friedhof in Weener liegen ein polnischer und 17 sowjetische Zwangsarbeiter begraben.“
 

Es gibt heute noch Zwangsarbeiter in der ganzen Welt! Es ist eine Frechheit, Leute zur Zwangsarbeit zu zwingen, nur weil sie anders aussehen oder anderer Meinung sind.

Quellen:

1. Bernhard Fokken; Das Rheiderland unter dem Hakenkreuz  (Siebenteilige Serie aus der Rheiderland Zeitung erschienen im Januar/Februar 1983)
2. Hrg.: VVN; Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945; Köln 1986
3. Günter Faupel;  Mehr als 2500 Zwangsarbeiter im Kreis Leer - Von Boen bis Tichelwarf und von Diele bis Weener - Auch Meyer-Werft; Rheiderland-Zeitung; 10. 12. 1999)

Gestaltung: Daniel Hink


 

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