Rückblick auf eine mehr als 20jährige Tätigkeit als Geschäftsführer

Gründung des Vereins IP III im Jahre 1986 im Haus Sonnenberg (hervorgegangen aus Kursen der Lehrerfortbildung zu diesem Thema und auf Initiative von Günter Wiemann, dem Gründungspräsidenten des NLI, und Jos Schnurer)
Vorsitzender Günter Wiemann, Geschäftsführer Industriekaufmann Ysbrand Voss aus Vechta

Ich war damals im NLI zuständig für die Verwaltung und hörte durch Enno Rieger immer mal wieder etwas über Arbeit des Vereins.

Günter Wiemann überzeugte mich Ende 1988/Anfang 1989 von den Ideen des Vereins – das war so überzeugend, dass ich ja sagte, als er mich bat, die Funktion des Geschäftsführers im Verein/besser im Freundeskreis zu übernehmen.

Ich lernte dort beeindruckende Menschen mit großartigen Projekten kennen. Das machte auch für mich den Reiz des Vereins aus. Für die Projekte wiederum hatte der Verein eine durchaus stabilisierende Funktion.

Stichworte zu Projekten: Arabras (Eheleute Kupfer), Philsagay (Charlotte Gödecke), Projekt Haiti (Marlene Daldrup), Moormerland/Gambia (Holger Schneider),
Costa Rica (Frank Mittmann), Mirembe/Witzenhausen (Klaus und Eberhard Rubruck), BBS Hannover/Namibia (Eberhard Gerhardt), South Horr/Kenia (Sigrid und Karl-Heinz Recklebe), Braunschweig/“Bäume für Sahel-Bäume für Quallam“ (Heinz Friedrich), Projekte Hildesheim/Tansania (Eheleute Stieghorst, Eheleute Bohnsack) u. a.

In der MV 1989 stellte mich Günter Wiemann vor und ich wurde sodann vom Vorstand zum Geschäftsführer ernannt. Problem, was sofort zu lösen war: Klärung mit dem Finanzamt hinsichtlich der Probleme mit der Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 1988. Das war insoweit schwierig, weil es keine Möglichkeit gab, noch mit dem ehem. Geschäftsführer zu sprechen. Es ging seinerzeit um die Frage, ob die vom Finanzamt angeforderte Körperschaftssteuererklärung überhaupt abgegeben werden muss. Nun gut, ich habe das gelöst und den Kassenbericht für 1988 erstellt und verantwortet. Das war mein Beginn im Verein. Kassenprüfer war damals Enno Rieger.

Das Vereinskonto wurde von Anfang bei der Bank für Gemeinwirtschaft in Hannover geführt, die auch die erste Lernausstellung des Vereins in Hannover im Jahre 1986 gesponsert hatte. Das Plakat (von Erich Kupfer gestaltet) haben wir alle noch in Erinnerung. Sogar Erinnerungsmünzen wurden damals in einer Münzpresse geprägt.

Vorsitzender wurde 1986 der Wissenschaftl. Angestellte Herbert Asselmeyer. Herbert und ich wurden damals zusammen in das Vereinsregister eingetragen.

1987 wurde auch die zweite große Lernausstellung des Vereins in den Räumen der BfG in Osnabrück durchgeführt (mit dem Landesbischof Krause auf dem Podium, der eine besondere Nähe zum Gedanken der Nord-Süd-Partnerschaften hatte; Moderation Herbert Asselmeyer).

Was zeichnete den Verein besonders aus?

  • Eine lebendige Vereinsarbeit- verbunden mit oft mehrmaligen Besuchen von Projekten wie
  • Arabras (Highlight: Samba an der Leda), Philsagay in Osterholz-Scharmbeck, bei Holger Schneider in Moormerland, bei den Rubrucks in Witzenhausen, bei Frank Mittmann in Bremen. Tagungen fanden des öfteren vor Ort in den jeweiligen Schulen statt (Stärkung der regionalen Arbeit vor Ort/Diskussion über regionale Verbünde von Projekten).
  • Jos Schnurer vertrat über viele Jahre den Bereich „Interkulturelle Bildung“ im NLI; anspruchsvolle Fachtagungen wurden in Kooperation mit anderen Institutionen duchgeführt.
  • Der Verein gab über einen langen Zeitraum hinweg jährlich 2 Infos (handgestrickt) und einen sog. Weihnachtsbrief heraus.
  • Bemerkenswerte Aktivitäten: Die Dokumentation von ausgesuchten Schulpartnerschaften (verantwortet von Juliane Delkeskamp, Grundband und sechs Schulpartnerschaften) und die Lernausstellung „Die ganze Welt in Niedersachsens Schulen“ mit der Eröffnung im Nieders. Landtag 1994 und den nachfolgenden Ausstellungen vor Ort bei einzelnen Projekten.

Bemerkenswertes Ereignis

  • Die Verleihung des Walter-Mertineit-Preises an den Verein durch die Deutsche Unesco-Kommission im Jahre 1999 in Görlitz.
  • Nominierung des Projektes Arabras für den Alternativen Nobelpreis (Gutachten durch IP 1)

Aufgaben

Meine Aufgabe war es u. a., für die Finanzierung der Aktivitäten zu sorgen; in der Geschäftsführung wurde ich lange unterstützt durch Kerstin de Ruiter und bis in das Jahr 2005 durch Andrea Siemund.

Bedeutsame Förderbeträge an BMZ und MB/ Antragsteller jeweils der Verein:
Werkbankprojekt MAN, MB 25.000,--DM (von Günter Wiemann betreut)
Arabras: BMZ 20.000,--DM (Schulgebäude)
Costa Rica: BMZ 32.000,--DM (Schulanbauten)

Daneben hat es nahezu jährlich Förderanträge an den VEN, an BINGO-Lotto, an den eed oder an andere Einrichtungen gegeben (Förderbeträge zwischen 600,00 Euro und 4.000,00 Euro/so für das bemerkenswerte Ghana-Projekt mit der Erstellung der CD).

Weitere Arbeitsfelder:
Buchführung/Spendenbescheinigungen  für mehrere Projekte
(Costa Rica, Haiti, Philsagay über viele Jahre, Mirembe)
Sehr arbeitsaufwändig, daher keine zusätzliche Ausweitung dieses Geschäftsfeldes.

Der Verein musste sich auch zeitaufwändig mit Problemen zwischen zwei Projekten in Witzenhausen beschäftigen. Damit war der Verein über einen Zeitraum von mehr als 2 Jahren befasst; als Mediator fungierte hier Herbert Asselmeyer.

Vereinsvorsitz

  • Lange Jahre Jos Schnurer, der Herbert Asselmeyer ablöste. Bemerkenswert: Jos Schnurer schob stetig neue Projekte an und war stets der Motor des Vereins.
  • 2005 folgte Harald Kleem, der sich beharrlich darum kümmerte, den Verein personell wie auch finanziell auf eine abgesicherte Basis zu stellen.
  • Viele Personen prägten die Arbeit des Vorstandes, so u. a. Frau Kupfer als stellvertretende Vorsitzende, Bodo Facklam als Beisitzer, Christiania Stieghorst und Birgit Oelker als Beisitzerinnen, Andreas Joppich als Beisitzer, um nur einige zu nennen.
  • Als Kassenprüfer über viele Jahre hat sich Klaus Bleckert verdient gemacht.

Wichtig für den Verein

  • Kooperation mit dem NLI und folgend mit dem NiLS und dem Ansprechpartner Dieter Schoof-Wetzig. Personen sind in diesem Zusammenhang wichtig und das hat diese Kooperation immer ausgezeichnet.
  • Ebenso die Zusammenarbeit mit dem VEN, dem VNB, ich nenne hier nur die Namen Hannes Philipp und Gabi Janecki.

Was zeichnet den Verein besonders aus?

  • Hohe Fachkompetenz (so durch Einbindung vor allem der Vorstandsmitglieder in Tagungen, Kongresse) sowie bei vielen Mitgliedern ein wichtiger Erfahrungs­hintergrund aus der praktischen Projektarbeit (wird zunehmend weniger, hieran muss gearbeitet werden).
  • Für den Vorstand gilt uneingeschränkt: Das gute Verständnis untereinander (man versteht sich und trifft sich gern).

Was ist nicht gelungen?

  • Eine institutionelle Förderung zu erreichen und personelle Ressourcen zu erhalten. Die Hoffnung, Anrechnungsstunden gewährt zu bekommen, hat sich nicht erfüllt.

Wichtig wird es daher sein, die geplanten Aktivitäten an den tatsächlich zur Verfügung stehenden personellen wie auch finanziellen Möglichkeiten auszurichten.

Wir können nicht alles, was wir uns so ausdenken, machen; aber wenn wir etwas machen, dann muss es ausgesprochen gut sein. Und das hat den Verein auch in der Vergangenheit immer ausgezeichnet. Diesem Grundsatz sollten wir uns auch künftig verpflichtet fühlen.

 

Dieter Sippach, Dezember 2009