Hoffmann wurde am 2. April 1798 in Fallersleben (heute zu Wolfsburg) geboren, studierte in Göttingen und Bonn. Zwischen 1823 und 1838 war er als Bibliothekar an der Universität von Breslau (heute Wroclaw, Polen) tätig und hatte dort ab 1830 eine Professur für deutsche Sprache und Literatur inne. 1842 wurde Hoffmann von Fallersleben aufgrund seiner nationalliberalen Gesinnung, die er in seinen ironisch Unpolitische Lieder (1840/41) betitelten Gedichten zum Ausdruck brachte, seines Amtes enthoben und des Landes verwiesen.
Zu den dort publizierten Gedichten zählt auch Das Lied der Deutschen, das er 1841 während eines Aufenthalts auf Helgoland, das damals zu Großbritannien gehörte, verfasst hatte. Gesungen wurde der Text auf Joseph Haydns Kaiserhymne, die zugleich als Melodie der Nationalhymne des kaiserlichen Österreich diente. Durch Verordnung des Reichspräsidenten wurde der erste Vers des Liedes 1922 zur offiziellen deutschen Nationalhymne erklärt, 1950 trat der dritte Vers ("Einigkeit und Recht und Freiheit") als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland an seine Stelle.
1848 wurde Hoffmann rehabilitiert und wirkte ab 1860 als
Bibliothekar des Prinzen Viktor zu Hohenlohe-Schillingsfürst auf Schloss
Corvey bei Höxter. Dort verfasste er den Zyklus der Vaterlandslieder
(1871). Neben seiner politischen Lyrik veröffentlichte er auch Lieder
anderer Provenienz, von denen vor allem die Kinderlieder bekannt wurden
(Alle Vögel sind schon da, Morgen kommt der Weihnachtsmann). Bei seinen
germanistischen Forschungen, die auch der alt- und mittelniederländischen
Literatur galten, stieß Hoffmann auf Fragmente der Evangelien Otfrieds
von Weissenburg und das Ludwigslied. 1842 war er Mitherausgeber der Schlesischen
Volkslieder. Er starb am 19. Januar 1874 auf Schloss Corvey, das heute
zu Höxter gehört.
(aus MS Encarta)