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Thema: Schnecken
· 120 Schnecken im Klassenzimmer
· Wir beobachten: Die Schnecke



120 Schnecken im Klassenzimmer
(aus: Praxis Grundschule 3/1986, S. 26-31)

Das "natürliche" kindliche Interesse an Weinbergschnecken bestimmte sechs Wochen lang das Leben und Lernen in meiner dritten Klasse.
Die Kinder stellen schon sehr bald fest, dass es ach in ihrer unmittelbaren Umwelt höchst spannende und interessante Tiere gibt und dass nicht nur exotisch oder domestizierte Lebewesen beachtens- bzw. achtenswert sind. Mit ihrem Einzug in unseren Sachunterricht veränderte sich nicht nur das Klassenzimmer von Tag zu Tag zusehends, sondern es wandelte sich auch die Atmosphäre in dieser Kindergruppe. Schüler, die zuvor selten miteinander kommunizierten bzw. geschlechtsspezifisch getrennt miteinander arbeiteten, bildeten spontan - aus individuellen Bedürfnissen heraus - ständig sich ändernde Interessengruppen.
Aufgrund der überaus großen Anziehungskraft der Schnecken auf die Kinder sind die Tiere von nun an vor, während und nach dem Sachunterricht ständige Beobachtungs- und Diskussionsobjekte.

Der "Schneckenplan" entsteht
Im Herbst 1984 bringe ich die erste Weinbergschnecke mit ins Klassenzimmer der Klasse 3 in der Matthias-Claudius-Schule. Seher schnell entwickelt sich ein lebhaftes Schülergespräch, in dem Vorerfahrungen ausgetauscht bzw. Vermutungen und Planungen über das Leben und die Haltung von Schnecken geäußert werden. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass meine Unterrichtsplanungen, die in Richtung eines offenen, handlungsorientierten Unterrichts tendiert, flexibel sein muss, um auf Impulse und Interessen der Schüler besser eingehen zu können.
Aufgrund von Schülervorschlägen entsteht bald ein Plan über die artgerechte Haltung und Pflege der Tiere im Klassenzimmer. Außerdem: Wir brauchen noch viel mehr Schnecken.
Die Kinder lassen daraufhin übers Wochenende ihrem Sammeltrieb freien Lauf und zeigen sich stolz ihre "Sammelergebnisse". Das selbstständige Sammeln ist insofern notwendig, um den Kindern Einblicke in den natürlichen Lebensraum der Schnecken zu ermöglichen und damit die Voraussetzungen für die eigenständige Ausgestaltung der Terrarien zu schaffen. Das Sammelergebnis einer besonders eifrigen Gruppe wird von allen gebührend bewundert: 120 Schnecken (nach eigenen Angaben), in allen erdenklichen Farben, und Mustern.

Unsere Frage- und Antworttapete
Nach dieser Erstbegegnung kristallisieren sich Schülerfragen und -interessen heraus, die die Voraussetzung und Grundlage für den weiteren Unterrichtsverlauf bilden: "Was wir alles über Schnecken wissen wollen".
Die erarbeitete Fragetapete sowie eine dazugehörige Antworttapete, in die die im Unterricht hervorgebrachten Antworten nach und nach eingetragen werden, hängen im Klassenzimmer der besseren Übersicht wegen aus.
Bearbeitete Fragen werden mit einem dicken Stift abgehakt. Diese Handlung steht bei den Kindern hoch im Kurs. Aus den aufgelisteten Schülerinteressen ergeben sich die nachfolgenden, in Komplexen unterteilten, Schüleraktivitäten. Die sich anschließende Aufstellung impliziert aber nicht, dass jedes Kind gezwungenermaßen jede mögliche Tätigkeit ausführen muss. Individuelle Schülerinteressen sind ausschlaggebend. Zu diesem Zweck bilden sich Interessen- und Expertengruppen

Wir halten und pflegen die Schnecken Mögliche Schüleraktivitäten:
- Schnecken sammeln
- Fundstelle beschreiben
- Terrarium einrichten und zeichnen
- Pflegeplan erstellen
Schnecken brauchen Luft zum Atmen. Die Kinder lösen dieses Problem sehr kreativ. Pappe wird auseinandergerissen und an die Ecken des Terrariums geklebt. Jetzt kann die Glasplatte obenauf gelegt werden. Die Schüler arbeiten total selbssttändig. Ich werde immer überflüssiger.
Auch nach Schulschluss können sich manche Kinder nicht von ihren Schnecken trenne. Immer gibt es noch etwas zu verschönern, um es den Tieren so angenehm wie möglich zu machen. Besonders gelungene Ideen zur Ausgestaltung der Terrarien werden von den Mitschülern wohlwollend honoriert. Das soziale Verhalten verbessert sich von Stunde zu Stunde. Da Schnecken ein feuchtes Klima brauchen, werden sie täglich mit viel Gefühl aus einer Sprühflasche mit Wasser versorgt. Das macht natürlich Spaß und unsere Schnecken haben oft mehr Feuchtigkeit als eigentlich notwendig.
Wir beobachten: Körperbau, Nahrungsaufnahme, Fortbewegung

Körperbau
Mögliche Schüleraktivitäten:
- Schnecke abzeichnen oder aus Knete formen
- Schnecke aus Samen und Körnern legen
- Körperteile benennen
- Arbeitsblatt mit richtigen Körperbezeichnungen beschriften
- Schnecke mit der Lupe von allen Seiten betrachten
- Beziehungen finden: Körperbau zu Lebensraum und -weise
- Körperbau mit anderen Tieren vergleichen (z.B. Worin ähnelt die Schnecke der Schildkröte)

Nahrungsaufnahme
Mögliche Schüleraktivitäten:
- Schnecke beim Fressen auf einer Glasplatte von unten beobachten
- Schnecke beim Fressen mit der Lupe betrachten
- Verschiedene Angebote zum Fressen hinlegen und die Nahrungsauswahl beobachten
- Dabei auf mögliche Fressgeräusche achten

Fortbewegung
Mögliche Schüleraktivitäten:
- Fortbewegung auf einer Glasplatte von unten beobachten
- Kriechen auf verschiedenen Unterlagen beobachten
- Kriechen über scharfe, spitze Hindernisse (Rasierklingen, Glasscherben, Reißnägel)
- Schnecke kopfüber kriechen lassen
- Schnecken-Rallye veranstalten
- Schneckentempo mit der Stoppuhr messen
Bei Versuchen auf dem Schulhof bemerkt Alex: "Die Schnecken fallen vom hohen Klettergerüst nicht runter, wenn sie hier oben rumkriechen. Ich muss mich aber gut festhalten, sonst stürze ich ab."
Christian und Alex, die sich sonst überhaupt nicht leiden können, beobachten, dass Schnecken schwindelfrei sind. Während dieser freien Beobachtungsphase registriere ich zweierlei:
- Ohne mein Zutun wenden die Kinder die verschiedenen methodenorientierten Verhaltensweisen an.
- Ich werde in dieser Phase überhaupt nicht gebraucht. Die meisten Kinder merken nicht einmal, dass ich sie fotografiere.
Alex schaut kritisch auf seine Schnecke, die sich plötzlich auf den Tannennadeln einschäumt: Hinsichtlich diese Phänomens seines "schäumenden Robertos" mutmaßt er, dass seine Schnecke wohl Angst hat.
Zu diesem Zeitpunkt weiß das Kind noch nicht über die Funktion des Schleims Bescheid.

Die Schnecken-Rallye
Die heißersehnte Schnecken-Rallye erweist sich als absoluter Renner unter den Beschäftigungsmöglichkeiten während Freien Arbeitsstunde. Unsere Schnecken sind allerdings keine ausgesprochenen Rennschnecken, ganz im Gegenteil, sie sind ausgesprochen träge und müssen mit - vorsorglich schon bereitgehaltenen - Bananenstückchen in Zielrichtung gelockt werden. Teilweise ärgern sich die Kinder sehr über die mangelnde "Intelligenz" ihrer Schnecke, wenn diese "vom Wege" abkommt, anstatt sich wie gewünscht in Richtung Ziel zu bewegen. Die Kinder diskutieren daraufhin, ob es statthaft ist, das Tier in einem solchen Falle "geradezurücken" oder nicht.

Wozu brauchen Schnecken Schleim?
Zur Beantwortung der noch offenen Frage "wozu brauchen Schnecken den Schleim?" werden verschiedene Versuche nach Vorschlägen der Kinder durchgeführt. Fünf verschiedene Materialstationen (Schnecken über Rasierklingen, Glasscherben, Dornen, Reißzwecken, zerbrochenes Glas kriechen lassen) stehen zur freien Auswahl.
Einige Kinder zeigen sich bei diesem doch sehr gefährlich anmutendem "Rasierklingentest" um das Wohlergehen ihrer Schnecken sichtlich besorgt und haben sie aus diesem Grunde öfter hoch, um sicher zu gehen, dass die Tiere auch unversehrt bleiben. Bei dieser Gelegenheit wirft Jörg die aktuelle Frage auf: "Haben Schnecken eigentlich auch Blut?" Nachdem keinem der Tiere "ein Haar gekrümmt" wurde, steht am Ende der Versuchsreihe eindeutig fest: der Schleim schützt die Kriechsohle der Schnecke vor Verletzungen. Untermauert wird diese Einsicht durch den von allen Schülern beobachteten Schleimteppich, der sich über das verschiedene Material spannte.
Abschließend versucht sich Ingo im Kriechen, indem er beeindruckend und sehr anschaulich ohne Zuhilfenahme von Händen und Füßen demonstriert, wie sich Schnecken fortbewegen. Ich lasse ihn ein Stück kriechen, bis er vor Anstrengung krebsrot im Gesicht ist. Sein Kommentar dazu: "Das ist ja ganz schön anstrengend. Jetzt weiß ich auch, warum das bei den Schnecken so langsam geht..."
Wir prüfen das Verhalten und erleben Entwicklung und Wachstum

Verhalten
Mögliche Schüleraktivitäten:
- Empfindlichkeit der Fühler untersuchen
- Reaktion der Schnecke auf Zitronensaft und Essig erkunden
- Geruchssinn überprüfen (Senf- und Mehlbreibahnen)
- Hör- und Sehsinn überprüfen
Die Versuche mit geschlossenen bzw. offenen Mehlbrei- und Senfbahnen ergeben, dass der Geruchssinn der Schnecken sich in den unteren kleinen Tentakeln befindet. Während die Tiere den Mehlbrei mit sichtlicher Wonne verspeisen, ziehen sie in unmittelbarer Nähe des Senfs ihr Fühler ein.
U.a. mit einer Trillerpfeife wird das eventuell existierende Gehör unserer Schnecken getestet. Die Kinder sind sehr gespannt, ob die Schnecken reagieren werden ... Ist das laut! Christian muss sich sogar die Ohren zuhalten, aber die Tier kriechen seelenruhig weiter...
Verena und Silke wollen den Weinbergschnecken mal so richtig laut ins "Ohr" brülle, aber es tut sich rein gar nichts.

Entwicklung und Wachstum
Mögliche Schüleraktivitäten:
- Schnecke beim Paarungsvorgang beobachten
- Entwicklung vom Ei zur Schnecke in Langzeitbeobachtung erleben
- Informationen zu diesem Komplex selbstständig beschaffen
- Schneckengeschichten, -zeichnungen u.ä. selbst anfertigen
- Filme zur Erweiterung der Kenntnisse anschauen
- Wissen in Schneckenbüchern zusammenfassen
Das zärtliche Vorspiel der Weinbergschnecken können wir stundenlang beobachten. Aufgrund dieser Intensität und Quantität ihrer aufgenommenen Liebesbeziehungen vermuten wir, dass ihnen unsere Pflege sichtlich gut bekommt, und es ihnen an nichts fehlt. Die Kinder beobachten das wirklich faszinierende Geschehen immer wieder ausdauernd und lassen auch passende Kommentare nicht vermissen. ("Jetzt knutschen sie wieder!")
Die Frage zur Entstehungsgeschichte der Schnecken werden teils durch Lehrervortrag, teils durch Schülerbeiträge bearbeitet. Ingo verblüfft uns durch seine enormen Kenntnisse über Fossilien, als wir in der Klasse Gelegenheit haben, uns versteinerte Verwandte der Schnecken (Ammoniten) anzuschauen.

Schneckenausstellung - Schneckenbuch - Schneckenessen
Schneckenausstellung" mit unterschiedlichsten Materialien, Büchern, Bildern etc., die eifrig von den Schülern zusammengestellt, erweitert und benutzt werden. Die Vielschichtigkeit unseres Themas beeindruckt nicht nur uns, sondern auch andere Klassen und Lehrer. Durch öffentliche Ausstellung erhält meine Lerngruppe eine positive Resonanz auf ihre geleistete Arbeit. Auf diesem Wege haben sie weiterhin Gelegenheit in Kommunikation mit Besuchern neu erworbene Fähigkeiten und Kenntnisse weiterzugeben. Unsere Schneckenausstellung wird von den Schülern ganz selbstverständlich als Differenzierungsangebot im Unterricht genützt.
Angestrebtes Ziel der Unterrichtseinheit ist ein Schneckenbuch für jedes Kind - bestehend aus den Arbeitsblättern, eigenen Beobachtungen, Schneckengeschichten, Zeichnungen etc. Sowie individuell ausgesuchten Fotos, die von mir während der Einheit aufgenommen wurden. Diese Zusammenstellung aller Stundenergebnisse zu einem Buch stellt einen hohe Motivation für die Kinder dar, denn sie erhalten ein "Produkt" ihrer gemeinsamen Arbeit. Das Schreiben ihrer "Produktionen" auf Matrize im Hinblick auf eine Vervielfältigung für die Mitschüler stellt einen zusätzlichen Anreiz dar.
Zur Auswertung der Arbeitsblätter und Schneckengeschichten der Kinder kann festgestellt werden: Sehr unterschiedlich - gefühlsbetont, phantasievoll und vermenschlichend die einen, Merkmale hervorhebend, schon distanzierte beschreibend die anderen - wurden von meiner Lerngruppe die Eindrücke und Erfahrungen wiedergegeben. Viele Kinder schreiben seitenlange Phantasiegeschichten wie: "Die Schnecke, die unbedingt en Kind haben wollte", "Wie die Schnecke Muck Freunde findet", "Das Abenteuer der Schneckenfrau" u.ä. In diesen Geschichten wird die starke Beziehung deutlich, die die Schüler zu diesen Tieren entwickelt haben.
Die gesamte Unterrichtseinheit erstreckte sich über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen mit 18 Stunden und fand seinen Abschluss bei einem gemeinsamen Schneckenessen (solche aus Hefeteig!), währenddessen wir gemeinsam über den Verlauf der Einheit reflektieren. Die Freude am eigenen Tun, an der selbsttätigen Beschäftigung mit den Schnecken kristallisierte sich als beste Motivationsgrundlage heraus.
Basierend auf dem Erfahrungswert, dass Schnecken generell ein "dankbarer" Unterrichtsgegenstand sind, der oft für Überraschungen gut ist, lässt sich erklären, dass bei einigen Kindern ganz offensichtlich ein längerfristiges biologisches Interesse geweckt wird. So kann mir Anke bald berichten, ihre Eltern hätten es nun endlich erlaubt, dass sie sich Weinbergschnecken als "Haustiere" halten darf.

Eike Lange
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Wir beobachten: Die Schnecke
(aus: Grundschule 11/1979, S. 115-119)

Biologie im 3. Schuljahr
Die "Unterrichtsbank" füllt sich - besonders an einer Stelle. Letzteres ist keine Wunder, denn "Biologie" ist die Lehre vom Leben, zu der das Kind in der heimatlichen Umwelt und mit Ansätzen wissenschaftsorientierter Verfahren einen Zugang sucht und in einer guten Grundschule auch findet. N einer so dem Kind wie seiner Umwelt lebensnahen Schule wird der Streit der Erwachsenen, ob "Heimatkunde" oder "Sachunterricht" überflüssig, weil er nur falsche, weil einseitige Antworten auf wesentliche Fragen der Kinder gibt.
Also, die "Unterrichtsbank" füllt sich: Da haben wir ein Tierlexikon angelegt, den Zoo besucht, die Dinosaurier kennengelernt und die Vögel vom Badeplatz im Sommer über den Futterplatz im Winter bis zum Nestbau und zur Brutpflege im Frühling durch das Jahr begleitet. Doch nicht etwa an diesen Lernorten, sondern bei der schlichten "Pflege und Aufzucht von Mäusen" hat sich ein weiterer Streit der Erwachsenen entzündet: "Welche Lebewesen dürfen zwecks Veranschaulichung der "Lehre vom Leben" ins Klassenzimmer?" Die Direktive der Kultusministerien: "Mäuse nicht - Schnecken ja!" So sind wir mit der Schule auf den Hund und mit der Biologie auf die Schnecken gekommen - immer langsam voran! Das hat, wie die folgende Unterrichtseinheit in Verbindung mit Praxis Grundschule 1/1979 zeigt, auch sein Gutes - in dreierlei Hinsicht:
- Schnecken sind unauffällig; man muss sie in unserer Umwelt aus dem Kreis zu beobachtender Tiere auswählen und diese Auswahl begründen;
- Schnecken sind langsam, sie lassen Zeit zum Beobachten, Versuchen, Experimentieren, Dokumentieren: verfahrensorientierter Sachunterricht;
- Schnecken sind Kriechtiere, sie bewegen sich also anders als andere Tiere; so fordern sie zum Vergleichen und zum Beobachten unter dem abstrakten Begriff Bewegung heraus: wissenschaftsorientierte Verfahrensweise.
Damit ist dieses Unterrichtsbeispiel geortet, ein wenig langatmig, aber vielleicht doch entschuldbar, denn es veranschaulicht, was die Grundschule mit ihrem Förderungsprogramm und Stipendiaten-Wettbewerb beabsichtigt und erhofft.. Lehrer schreiben für Lehrer aus der Perspektive Schule von innen und mit dem Anspruch, den eigenen wie anderen Unterricht verbessern zu helfen, damit er den Kindern etwas - endlich - mehr - mal - immer wider - ein wenig - viel Freude macht. Erwin Schwartz

Warum gerade Schnecken?
Im 3. Schuljahr war von den Kindern wiederholt der Wunsch geäußert worden, sich im Sachunterricht mit Tieren zu beschäftigen. In den hessischen Rahmenrichtlinien zum Sachunterricht sind Schnecken für eine Anregungssituation im 1. Schuljahr vorgesehen. Sie lassen sich ebenso mit unterschiedlichem Schwerpunkt in den anderen Altersstufen behandeln. Schnecken sind relativ "pflegeleicht" und können ohne Schwierigkeiten mit einfachen Mitteln während der Beobachtungszeit in der Klasse gehalten werden. Landschnecken lassen sich in einem oben abgedeckten Terrarium oder Drahtbehälter halten. Den Boden bedeckt man mit feuchter Erde und legt Salat oder Löwenzahn als Futter aus. Wasserschnecken hält man in einem Aquarium mit Wasserpflanzen. Die Schnecken ernähren sich von den Wasserpflanzen und den Algen an den Wänden. Landschnecken sind im Frühjahr, im Sommer und Anfang Herbst leicht erreichbar, vor allem wenn man sich bei feuchter Witterung auf die Suche macht.
Wasserschnecken sind in vielen Hobbyaquarien vorhanden oder finden sich in Tümpeln und Teichen. Die Schnecke ist ein Tier, das aufgrund seiner Gestalt und Fortbewegung Phantasie und Emotion bei den Schülern anspricht und Interesse weckt. Wegen der langsamen Bewegung eignet sich die Schnecke besonders gut zur Einführung in die Tierbeobachtung. Von besonderem Interesse für die Kinder sind die Gehäuseschnecken. Wegen ihrer Größe eignet sich die Weinbergschnecke sehr gut zur Beobachtung. Wenn Weinbergschnecken nicht erreichbar sind, können ebenso Garten- und Hainschnecken verwendet werden. Die Gehäuseschnecken haben gegenüber den Nacktschnecken den Vorteil, dass auch Kinder, die leichte Ekelgefühle haben, eine Stelle zum Anfassen finden, sie nicht glitschig ist. Wasserschnecken eignen sich besonders gut, wenn man die Bewegung der Mundwerkzeuge, die Laichablage und die Entwicklung kleiner Schnecken beobachten will. Was man über Schnecken wissen sollte
Die wichtigsten Sachinformationen sind hier kurz zusammengefasst. Sie lassen sich in fast jedem Schulbiologiebuch nachlesen.
Körperbau der Schnecke: Schnecken gehören zu den Weichtieren. Sie haben einen wenig gegliederten Körper, bestehend aus Kopf, Fuß mit Kriechsohle, Eingeweidesack, Mantel und Gehäuse (Ausnahme: Nacktschnecken). Am Kopf sind bei den Landschnecken zwei Fühlerpaare, von denen das größere, obere die Augen trägt, Die Fühler lassen sich nach innen einstülpen. Wasserschnecken haben nur ein Fühlerpaar, die Augen liegen neben den Fühlern. Am rechten Gehäuserand befindet sich die Atemöffnung. Sie öffnet und schließt sich. Wasserlungenschnecken steigen zum Atmen an die Wasseroberfläche. Dabei ist die Atemöffnung gut zu sehen. Sie steht in Verbindung mit der Mantelhöhle, die als Lunge dient. An der Atemöffnung treten auch die Ausscheidungen aus, da er Darm neben der Atemhöhle endet. Das Gehäuse dient dem Schutz. Es kann bei Trockenheit durch Schleim verklebt und im Winter durch einen Kalkdeckel geschlossen werden. Das Kalkgehäuse vergrößert sich im Laufe der Zeit entlang der Öffnung durch schmale Streifen, die gut zu erkennen sind. Bei fast allen Schneckenhäusern befindet sich das Gewinde auf der rechten Seite. Fortbewegung: Die Schnecke bewegt sich durch wellenförmige Muskelbewegungen vorwärts, durch die der Körper von hinten nach vorne geschoben wird. Der Körper rutscht dabei auf einer zähen Schleimschicht vorwärts, die ihn auch vor Verletzungen schützt und ein Austrocknen des Körpers verhindert. Der klebrige Schleim ermöglicht das Kriechen an glatten und steilen Flächen.
Nahrungsaufnahme: Die meisten Schnecken ernähren sich von Pflanzenteilen. Die Kiefer reißen die Pflanzenteile ab. Im Mund sitzt die Radula, eine Reibplatte mit vielen Zähnchen. Mit Hilfe der Radula wird die Nahrung geraspelt. Durch Riechzellen in den Fühlern und am Fuß kann die Schnecke Nahrungsangebote unterscheiden. Fortpflanzung: Die meisten Schnecken sind Zwitter und begatten sich gegenseitig. Landschnecken legen eine größere Zahl von Eiern (Weinbergschnecke z.B. 50 bis 60 erbsengroße) in die feuchte Erde, in die sie vorher mit dem Fuß ein Loch graben und die Eier hineingleiten lassen. Wasserschnecken legen Laich in länglicher Gallertmasse ab, in denen man die Eier und später die kleinen Schnecken erkennen kann. In drei, vier Wochen entwickeln sich die winzigen Schnecken, die bereits ein weiches Gehäuse haben, das später hart wird.

Was können die Schüler lernen?
Die Schüler haben Gelegenheit, Informationen über Körperbau, Nahrungsaufnahme und Fortbewegung durch Beobachtung und Versuch zu gewinnen. Sie lernen die Begriffe für die Körperteile kennen. Die Bereiche Atmung und Vermehrung sind von uns zunächst nicht eingeplant gewesen, will sie besser in höheren Altersstufen behandelt werden. Die Unterrichtssituation hat aber gezeigt, dass die Kinder an der Frage der Fortpflanzung sehr interessiert waren. Das Kennenlernen und Unterscheiden verschiedener Schneckenarten sollte nur Unterrichtsgegenstand sein, wenn Kinder andere Schneckenarten mitbringen. Die Schnecke als Unterrichtsgegenstand ermöglicht die Entwicklung folgender methodenorientierter Verhaltensweisen: Beobachten, Planen und Experimentieren, Deuten. Beobachten: Diese Verhaltensweise durchzieht alle Phasen des Unterrichts. Im Vordergrund steht sie vor allem bei der Erstbegegnung.
Planen und Experimentieren: Die Schüler stellen Vermutungen an und überlegen, durch welche Versuche sie ihre Vermutungen bestätigen können. Dazu müssen sie sich geeignetes Material besorgen. Die Planung war besonders wichtig bei den Versuchen zum Futterangebot.
Deuten: Die Ergebnisse der Versuche und Beobachtungen müssen erklärt und eingeordnet werden. Warum verletzt sich die Schnecke nicht beim Überqueren spitzer Gegenstände?

Unterrichtsverlauf
Der Unterricht war als möglichst offenes Lernangebot geplant. Die Lerninhalte waren nicht von vornherein festgelegt. Die Schüler sollten vielmehr durch die Beobachtung der Tiere und durch Materialangebote eigene Fragestellungen entwickeln und ihr individuelles Sachinteresse verfolgen, indem sie selbst Versuche erfanden.
Der Unterricht fand statt in zwei dritten Schuljahren und später in einem vierten Schuljahr. Die hier wiedergegebenen Unterrichtserfahrungen beziehen sich darauf. In der Darstellung des Unterrichts beschränken wir uns auf typische Situationen aus den verschiedenen Klassen und geben keinen chronologischen Bericht, da durch die Anlage des Unterrichts der Verlauf in den einzelnen Klassen unterschiedlich war.
Erstbegegnung: für die erste Stunde brachten wir Weinbergschnecken mit, die z.T. von anderen Klassen gesammelt worden waren. Denkbar ist aber durchaus, das Thema anzukündigen und die Klasse selbst auf Schneckensuche zu schicken. Ob der Überraschungseffekt die Motivation für das Thema erhöht, ist fraglich. Wir hatten ungefähr zehn Schnecken für über 30 Kinder; die Kinder mussten sich in Dreiergruppen mit einer Schnecke begnügen.
Die Schnecken wurden auf den Boden gesetzt oder draußen auf den Schulhof beobachtet, um eine Verschmutzung der Tische zu vermeiden. Die Kinder stürzten sich geradezu auf die Schnecken. Sie waren höchst interessiert und aktiv. Eine affektive Beziehung wurde deutlich, meist im positiven Sinne. Nur wenige Kinder zeigten neben ihrem Interesse auch Abneigung und Angst, den Schnecken zu nahe zu kommen. (Wir als Lehrer hatte diese Empfindungen teilweise auch, sie haben sich aber im Laufe der Unterrichtseinheit bei Lehrern und Schülern durch das wachsende Interesse am Tier verändert.) Die ersten spontanen Beobachtungen bezogen sich auf das Zurückziehen des Körpers in das Haus. Diese Reaktionen lösten die Kinder immer wieder von neuem aus. Es gab auch bei einigen erste Beobachtungen der Fortbewegung (Schleimspur), des Atemlochs und der Ausscheidungen, was die Schüler besonders faszinierte. Einige Kinder, die auf dem sonnigen Teil des Schulhofs waren, entdeckten dabei den Schattenreflex. Wenn die Schnecke plötzlich mit der Hand beschattet wurde, zog sie die Fühler ein.
Diese erste Phase dauerte recht lang, in manchen Klassen fast bis zu einer Unterrichtsstunde. Die Kinder konnten sich von den Schnecken nicht trennen. Im Anschluss daran teilten sich die Kinder im Unterrichtsgespräch ihre ersten Beobachtungen mit. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, sich auf gemeinsame Ausdrücke zu einigen, um die Verständigung untereinander zu erleichtern. Anhand einer Tafelskizze und eines Arbeitsblattes wurden die Begriffe für die Körperteile der Schnecke festgehalten.
Schon nach dieser ersten Stunde brachten mehrere Kinder verschiedene andere Schneckenarten mit, die sie nachmittags gesammelt hatten, Das größere Schneckenangebot ermöglichte Partner- und Einzelarbeit.
Während der ersten Begegnung konnten sich die Schüler ungezielt mit den Tieren beschäftigen. Dabei entwickelten sie abhängig von zufälligen Verhaltensweisen ihrer jeweiligen Schnecken bereits unterschiedliche Fragestellungen. In einer Klasse bildeten sich Gruppe, deren Interesse schwerpunktmäßig dem Bereich Fortbewegung bzw. dem Bereich Nahrungsangebot galt. Diese Gruppen arbeiteten parallel und informierten sich dann gegenseitig. In den anderen Klassen beschäftigten sich alle Kinder zunächst genauer mit der Fortbewegung, später dann mit dem Freßvorgang. Beide Vorgehensweisen waren sinnvoll. Sie hängen davon ab, wie stark sich bereist bestimmte Interessen herausbilden und wie geübt die Kinder sind, in Gruppen nebeneinander zu arbeiten.
Die folgende Versuche haben die Schüler teilweise selbst erdacht, teilweise wurden sie durch vorgebende Materialangebote des Lehrers strukturiert, und teilweise wurden sie durch vom Lehrer gelenkte Klassen- oder Gruppengespräche angeregt. Manche Erfahrungen machten wir rein zufällig, wie wir überhaupt während des Unterrichts merkten, dass die Schnecken immer für eine Überraschung gut sind.

Versuche zur Fortbewegung
Materialstation: Glasplatten oder leere Lebensmittelgläser, Steinchen, Zweige, Pappe, Stoff, Erde, Sand, Kies, Tannennadeln, Wäscheklammern, Glasscherben, Reißzwecken, Rasierklingen, Plastilin u.ä. Die Schüler beobachteten die Kriechbewegung des Fußes von unten, als sich die Schnecke auf einer Glasplatte vorwärts bewegte. Deutlich waren wellenförmige Muskelbewegungen zu erkenne, die von hinten nach vorne liefen. Sie betrachteten die Schleimspuren auf glattem Untergrund wie der Tafel oder auf dem Asphalt des Schulhofs und zogen die Spuren mit Kreide nach.
Sie beobachteten die Bewegungen auf unterschiedlichem Untergrund. Sie legten verschiedene Materialien unter und versuchten, ob die Schnecke senkrecht hoch und kopfunter kriechen kann. Einig Kinder nahmen eine Schnecke, die zuvor auf Splitt gekrochen war, hoch. Viele Steinchen bleiben an ihr kleben. Die Schüler waren sich sicher, dass die Steine nie wieder abgehen würden. Sie wollten ausprobieren, ob die Schnecke sich nun noch an der Tafel halten könne. Das gelang. Währen die Schnecke langsam nach oben kroch, rutscht sie von den Steinchen hinunter, die hinunterfielen oder vom Schleim verklebt an er Tafel hafteten.
Eine Pappe wurde mit Reißbrettstiften durchgedrückt. Die Schnecken krochen unbeschadet hinüber. Eine Rasierklinge wurde in Plastilin oder in eine Streichholzschachtel hochkant hineingedrückt. Viele Kinder waren sicher, dass die Schnecke einen Umweg nehmen oder sich schneiden würde. Sie waren erstaunt, als die Schnecke hinüber kroch, ohne sich zu verletzen. Die Deutung der Beobachtung gelang ihnen recht schnell. Der Zusammenhang mit dem abgesonderten Schleim war klar.
Eine Klasse ließ sich trotz direkter Aufforderung durch den Lehrer nicht zu diesem Versuch überreden ,weil sie eine Verletzung der Schnecke fürchtete. Auch die Beteuerung des Lehrers, dass die Parallelklasse den Versuch ohne negative Folgen für die Schnecken durchgeführt hatte, brachte die Kinder nicht dazu, dieses "unverantwortliche" Experiment durchzuführen.
Die Schnecke wurde in einen Senfring gesetzt. Manchmal soll sie sich mit Hilfe der starken Muskeln frei schwebend hinüberheben. Unsere Schnecken blieben entweder am Fleck oder krochen platt durch den Senf. Die Schüler ließen mehrere Schnecken um die Wette laufen. Diese Situation ergab sich meist zufällig. "Professionell" kann man ausgehungerte Schnecken in Bahnen mit Senfrand laufen lassen, während man sie mit Salat lockt.

Schnecken-Ralley
Wir brauchen mehrere und, wenn möglich, verschiedenartige Schnecken. Dann werden sie vorsichtig mit farbigem Nagellack oder einer schnelltrocknenden Lackfarbe gekennzeichnet. "Wenn möglich lasse sie alle gleichzeitig von einer Stelle mit rauhem Untergrund um 9 Uhr frei. Durchsuche das Gebiet um 12 Uhr. Schau in Ritzen und unter Gegenständen nach. Halte die Position jeder gekennzeichneten Schnecke auf einer Karte fest. Schau noch einmal um 4 Uhr nachmittags und um 8 Uhr am nächsten Morgen nach. Halte jedesmal die Positionen der Schnecken fest und verwende verschiedene Farben für jeden Eintrag.
Kehrt die Schnecke nach einem Ausflug an dieselbe Stelle zurück? (Elard Klewitz/Horst Mitzkat (Hrsg.): Thema. Umwelt Stuttgart 1978, S. 43)

Versuche zur Ernährung
Die Kinder brachten Vorwissen mit. Sie wussten, dass im Garten Schneckenkorn gestreut wird, damit der Salat nicht von den Schnecken gefressen wird.
Materialstation: Papier, Salat, Löwenzahn. Erdbeeren, Möhren, Brennesseln, Spinat, Mehl, Banane, Essig, Senf, Zuckerwasser, Zitronensaft, Brot usw.
Die erste zufällige Beobachtung ergab sich, als die Schnecken das Papier fraßen, auf das sie gesetzt worden waren, um die Tische nicht zu verschmieren. Die Schnecken erhielten nun verschiedene Nahrungsangebote, Einige Schüler fanden selbst heraus, dass es sinnvoll ist, die Schnecken vorher hungern zu lassen, Die Ergebnisse wurden in selbsterstellten Tabellen festgehalten. Bei jüngeren Schülern ist es ich er günstiger, die Tabellen vorzugeben. Im 1. Schuljahr müsste das in zeichnerischer Form geschehen.
Die Schüler stellten fest, dass die Ausscheidungen aus dem Atemloch kamen und wegen der pflanzlichen Nahrung grünlich waren. Bei Wasserschnecken, die wir zeitweise mit rosafarbenem Fischfutter ernährten, veränderte sich die Farbe dementsprechend.
Ein wenig Essig, auf den Weg der Schnecke getropft, veranlasste sie zur Richtungsänderung, noch ehe sie die Flüssigkeit berührte. Die Kinder schlossen daraus, dass die Schnecke ihre Nahrung reichen kann. Bei diesem Versuch machten einige Kinder eine aufregende Beobachtung. Aus Versehen fielen einige Tropfen Essig auf den Fuß einer Weinbergschnecken. Die Schnecke reagierte mit verstärkter Schleimbildung und schäumte sich blitzschnell ein. Die Bewegung der Mundwerkzeuge war bei den Futterversuchen nicht gut zu beobachten. Genauer ließ sie sich beobachten, als die Schnecken auf einer Glasplatte saßen, die mit einem Mehl-Wasser-Brei bestrichen war. An der Unterseite der Glasplatte konnten die Kinder die Radula mit den Zähnchen sehen. Eine Klasse, die leise genug war, hörte sogar Raspelgeräusche, als die Schnecken Blätter fraßen. Gut konnte man die Nahrungsaufnahme auch bei den Spitzschlammschnecken sehen, die die Algen an der Aquariumwand fraßen.

Fortpflanzung und Entwicklung
Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass sich dazu wahrscheinlich kaum Beobachtungen machen lassen würden. Jedoch in einer Klasse kam bereits am zweiten Tag der Unterrichtsreihe eine Schülerin mit einer Gartenschnecke, die in einem kleinen Glasbehälter Eier abgelegt hatte. Und wie bestellt legt die Schnecke in der Sachunterrichtsstunde weitere Eier ab. Das Gefäß war mit sehr trockener Erde gefüllt, ein großer Teil der Eier lag zudem nicht in, sondern auf der Erde. Diese entwickelten sich nicht, sie trockneten ein. Später gelang es, die Eier von anderen Bänderschnecken zu erhalten. Wie sorgten regelmäßig für Feuchtigkeit. Einige Schnecken hatten ihre Eier in der Erde direkt an der Plastikwand des Behälters abgelegt; die Eier und die winzigen Schnecken, die nach einigen Wochen aus der Erde krochen, waren gut zu sehen.
Auch bei den Spitzschlammschnecken im Aquarium konnten die Schüler die Entwicklung der Schnecken aus dem Laich beobachten. Dabei stellte sich die Frage, wer denn nun "Vater Schnecke" und wer "Mutter Schnecke" sei. Hier begnügten wir uns mit einer kurzen Erklärung über die Zwittrigkeit der Schnecken, Die Darstellung des Sachverhaltes erwies sich wegen der mangelnden Anschaulichkeit als schwierig und wurde nicht einfacher, als die Kinder sich menschliche Zwitter vorstellten. Der Film zum Paarungsverhalten und zur Eiablage stand uns nicht zur Verfügung. Den Film über Fortbewegung und Nahrungsaufnahme zeigten wir am Ende der Unterrichtseinheit als Wiederholung und Zusammenfassung.

Verschiedene Schneckenarten
Im Verlauf des Unterrichts brachten die Schüler viele Schneckenarten mit: Weinbergschnecken, gebänderte und ungebänderte Garten- und Hainschnecken, tote und schwarze Wegschnecken, Ackerschnecken, viele Schlammschnecken. Auf die Unterscheidung Wasser- und Landschnecken, Gehäuse- und Nacktschnecken wurde kurz eingegangen. Die Bestimmung er Schneckenart nahm die Lehrerin vor. Besser wäre es, den Schülern Material an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe sie selbst herausfinden können, um welche Schnecken es sich handelt.

Ein Heft über die Schnecke
In einer dritten Klasse, in der Deutsch- und Sachunterricht von einer Lehrerin unterrichtet wurden, fertigten die Kinder im Anschluss an die Beschäftigung mit den Schnecken ein Themenheft an. Dem Lehrer schwebte vor, dass die Kenntnis vieler Einzelheiten die Schüler veranlassen würde, detaillierte Informationstexte zu verfassen. Das das Heft zunächst nur für die Klasse selbst bestimmt war, bestand aber nur geringes Bedürfnis, die Sachinformation schriftlich weiter zu geben. "Die anderen wussten ja Bescheid!" Neben Rätseln und Witzen schreiben die meisten Schüler Phantasiegeschichten wie. "Die besoffene Schnecke", "Die Superschnecke" u.ä. In diesen Geschichten wurde die starke Beziehung deutlich, die die Kinder zu den Schnecken entwickelt hatten. Im Verlauf des Unterrichts kam es in einer Klasse vor, dass Kinder morgens mit einem Eimer Grünzeug und Nacktschnecken in die Klasse kamen. Die Schnecken setzten sie auf Papier um ihren Arbeitsplatz, und während die Kinder in ihren Heften schrieben, "guckten" die Schnecken zu. Diese kleine Szene kann vielleicht verdeutlichen, welche Motivation von der selbstständigen Beschäftigung mit den Schnecken ausging.

Eva Seidler/Ingrid Ulrich

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