Die Geschichte

Die Schule

 Festvortrag zum 125jähr. Jubiläum
 Statistik zur Schule

Das Gebäude:

Der Backsteinbau, erbaut in den Jahren 1874-1876, besteht aus einem dreigeschossigen Mitteltrakt und einem zweigeschossigen Seitenflügel mit polygonalen Treppentürmen als Übergang. Die Anlage folgt damit dem Typus dreiflügeliger Schlossanlagen. „Als charakteristische Elemente für die Gestaltung öffentlicher Bauten preußischer Prägung sind der hierarchische Aufbau der Großform, die gleichmäßige Reihung der Fensterachsen und die Betonung der Horizontalen durch Friese, insbesondere ein stark vortretendes Kranzgesims aus unterschiedlichen Friesformen, hervorzuheben. Die Gruppe schließt außerdem die östlich benachbarte Turnhalle mit ein (erbaut um 1910), einen lisenengegliederten Backsteinbau unter flachen Walmdach“ (zitiert nach: Doris Böker - Baudenkmale in Niedersachsen). Von 1879 bis 1953 befand sich vor dem Haupteingang die Statue des Bederkesaer Rolands.

1876-1925

Das neu errichtete Gebäude beherbergt das Königlich-Preußische Lehrerbildungsseminar, eine Ausbildungsanstalt für angehende Volksschullehrer, quasi als Ersatz für die kurz zuvor (1859) verlorene Funktion eines Amtssitzes. Insgesamt 1483 Volksschullehrer wurden hier ausgebildet. Die Ausbildung dauerte drei Jahre und erfolgte in drei Kursen, die aus etwa je 30 Anwärtern bestanden. Aufgenommen wurden nur evangelische männliche Bewerber. Die Seminaristen wohnten im dazugehörigen Internat, das u.a. aus zwei Schlafsälen mit je 45 Betten (s.o.) und sechs Aufenthalts- und Arbeitszimmern, die für je 15 Personen gedacht waren, bestand. Insgesamt bot das Internat für 90 Seminaristen Platz. Voraussetzung für die Aufnahme in das Seminar war der Besuch einer Präparandenanstalt, einer Art Vorbereitungsschule, die sich ursprünglich ebenfalls im Seminargebäude befand, für die aber 1898 ein eigenes Gebäude, das heute Teil der gegenüberliegenden Grundschule ist, gebaut wurde. Von 1920 bis 1924/26 wurden die Seminare in Preußen aufgelöst. Im Zuge einer Art Akademisierung der Volksschullehrerausbildung wurden statt dessen pädagogische Akademien errichtet, für die Bederkesa zu klein war. Die aufgelösten Lehrerbildungsanstalten wurden dabei in Oberschulen umgewandelt. Etwa zwei Jahre parallel zum Auslaufen des Seminars wurde auch in Bederkesa eine Oberschule gebaut (1923-1925).

1923-1942

Staatliche Deutsche Oberschule im Aufbau. Sie war eine Höhere Schule in verkürzter Form, denn der Unterricht begann, nachdem sieben Jahre Volksschule absolviert waren, erst in der Untertertia (= Klasse 8) und führte in sechs Jahren zum Abitur (Aufbauschule). Das Schulgeld betrug 240 RM im Jahr. Auswärtige Schüler wohnten in Privatquartieren, für die zusätzlich bezahlt werden musste. Durchgängig geringe Schülerzahlen (1936: 104 Schüler) bedingten eine kleine Zahl von Abiturienten.

1928

Zehn Prüflinge absolvieren das erste Abitur.

1931

Wegen der geringen Schülerzahlen wurde zusätzlich ein Internat eröffnet. Es war für 50 Jungen ausgelegt. Die Schlafräume waren für etwa 15 Schüler eingerichtet, die Tagesräume waren für kleinere Gruppen von 3-8 Schülern bestimmt. Der Preis für einen Internatsplatz betrug 576 RM im Jahr. 1933 erfolgte die Einrichtung des Mädcheninternates.

1933-1939

In den dreißiger Jahren gewann die nationalsozialistische Ideologie starken Einfluß auf die Schule. Im November 1935 gehörten alle Jungen der HJ an.

1938

Das das Seminargrundstück zur Seminarstraße hin begrenzende kunstvolle Eisengitter wurde entfernt und gelangte in die Altmetall-Sammlung.

1939-1942

Die Schule hatte immer weniger Schüler, da die Schüler zunehmend in den Krieg zogen. 1942 wurde die Oberschule geschlossen. Für die restlichen Schüler erfolgte Notunterricht bis zum Dezember 1943.

1942-1945

Lehrerbildungsanstalt Bederkesa. Erneut wurde das Seminargebäude zur Ausbildungsstätte von Volksschullehrern. Doch schon 1944 wurde die Teilnehmerzahl infolge des zunehmenden Bedarfs an jungen Männern im Reichsarbeitsdienst und in der Wehrmacht geringer.

1945

Reservelazarett

1945-1947

Sammelstelle für ausländische Zwangsarbeiter (vornehmlich Tschechen), die auf ihre Rückkehr in die Heimat warteten.

1947/48

Pädagogische Hochschule zur Kurzausbildung von Volksschullehrern

1948

Gründung der Niedersächsischen Heimschule Bederkesa als staatliche Heimschule für kriegsgeschädigte Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien, für Halbwaisen und Waisen, Kinder von Flüchtlingen und Verfolgten. Erster Schulleiter (bis 1956) wird Dr. Alfred Franz, der Direktor der bisherigen Pädagogischen Hochschule.

1963-1967

Bau separater Internatsgebäude, getrennt für Jungen und Mädchen. Die Internatsräumlichkeiten im Hauptgebäude werden aufgegeben.

1971

Erweiterung der Oberstufe um einen naturwissenschaftlich-mathematischen Zweig

1976

Jubiläumsfeier anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Gebäudes

1977

Einführung der reformierten Oberstufe.

1980

Umbenennung der Niedersächsischen Heimschule in Niedersächsisches Internatsgymnasium.

1986

Gründung des Fördervereins. („Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer des Niedersächsischen Internatsgymnasiums in Bedekesa e. V.“)
Ziele des Vereines sind:
  • Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung der Gemeinschaft der ehemaligen und jetzigen Schülern, der Eltern und der Lehrer,

  • die Unterstützung von Aktivitäten in Schule und Internat,

  • die Erhaltung des Gymnasiums und des Internats. 1998 zählt der Verein 372 Mitglieder.

1988

Jubiläumsfeier anläßlich des 40-jährigen Bestehen des NIG

1988

Beginn des Programms „Deutsch für Aussiedler“

1988

Das 5. Niedersächsische Schülertheatertreffen (Regionaltreffen) findet am NIG statt.

1992

„Fremde unter uns“; Informationstag zur Aktuellen Asylanten-, Aussiedler- und Arbeitsemigrantenproblematik

1994

„Schulkampf“: Als die Landesregierung im Zuge ihrer Sparbeschlüsse das NIG aufgeben wollte, erhoben sich Protestaktionen vielfältiger Art, die zu einem den Bestand des NIG vorläufig sichernden Finanzierungskompromiss zwischen dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Cuxhaven und der Samtgemeinde Bederkesa führten.

1995

Einrichtung der Bibliotheksräume im Erdgeschoss des südwestlichen Seitenflügel sowie eines EDV-Raumes im bisherigen Bibliotheksräume

1998

Festveranstaltung zum „Dreifachjubiläum“



Schulleiter:


1948-1956

Dr. Alfred Franz

1957-1967

Ewald Schleyer

1967-1971

Jonas Jost

1971-1986

Heinz Zimdars

1986-1989

Dr. Jürgen Fiedler

seit 1990

Bertold Wunderle



Stellvertretende Schulleiter:


1952-1970

Hermann Kienemann

1971-1994

Ekkehard Klander

seit 1995

Peter Duryn



Internatsleiter:


1948-1952

Walter Heine

1952-1955

Friedrich Brinkmann

1955-1962

Ingmar Scheßmer

1962-1974

Dr. Friedrich Dubslaff

1974-1984

Edgar Schulz

1984-1988

Werner Hellberg

1988-1995

Peter Duryn



Internatsleiterinnen:


1957-1963

Ilse Worch-Cochrane

1965-1966

Dr. Eva-Maria Fischer-Krüger

1966-1986

Helga Schubert

seit 1986

Marita Beißner (seit 1995 Leiterin beider Internate)