Was heißt soziales Lernen?

 

Der Umgang miteinander muss gelernt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich Wahrnehmung dazu gebracht werden, dass sie auf eigene Stimmungen und Gefühle in sozialen Situationen sowie auf Signale ihres Körpers achten. Sie sollen im Austausch mit anderen Personen lernen Kontakt aufzunehmen, eigene Gefühle und Stimmungen auszudrücken und eigene Befindlichkeiten, Einstellungen und Meinungen zu artikulieren. Im Bereich Akzeptanz sollen sie lernen sich selbst und Andere mit ihren Stärken und Schwächen anzunehmen.

 

Für den Bereich soziales Handeln sollen sie lernen Schwächen zuzugeben, nachzugeben und sich zurückzuhalten, Regeln einzuhalten, Rechte einzufordern, Zivilcourage zu entwickeln, mit Gruppendruck umgehen zu können.

 

Sie sollen lernen, Schwierigkeiten zu bewältigen wie Stress, Ärger und Frustration. Sie sollen erkennen, dass Schwierigkeiten auch Lernchancen in sich bergen.

Einstellungen und Wertehaltungen sollen entwickelt werden, sie sollen Vorteile und Notwendigkeit positiven Zusammenlebens erkennen, Freude am sozialen Engagement entwickeln und sich an allgemein akzeptierten Normen orientieren lernen.

 

Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler mit vorbildlichem Sozialverhalten speziell ein Streitschlichterseminar absolvieren bei dem sie vieles, was sie über soziales Lernen verinnerlicht haben, verwenden können, um Konflikte von einzelnen Schülern oder Schülergruppen mit ihnen zusammen zu lösen. Streitschlichtung der Schülerinnen und Schüler untereinander dient der Gewaltprävention.

 

Durch die verschiedenen Medien dringt Gewalt in großen Mengen in Form von Unterhaltung in den Alltag ein. Ein Jugendlicher hat bis zum 16.Lebensjahr durchschnittlich 30 000 Morde im Fernsehen und in Videos gesehen. Dadurch gehen Grenzen verloren, die bisher durch traditionelle und religiöse Werte definiert wurden. Es besteht die Gefahr, dass sich Kinder und Jugendliche ihre Vorbilder auch aus diesem Gewaltbereich suchen.

 

Die Perspektivlosigkeit, die vielen Schülern vergegenwärtigt wird, trägt zu einer zunehmenden Senkung der Frustrations- und Aggressionsschwelle bei.

 

Am häufigsten ist in der Schule verbale Gewalt zu beobachten. Insgesamt ist eine zunehmende Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwächeren zu spüren. Schlimmere Ausführungen wie Mobbing, Drohungen, Erpressungen und körperliche Gewalt häufen sich. Auch gegenüber Lehrerinnen und Lehrern gibt es offene oder über das Internet verbreitete Beleidigungen und Aggressionen. Die Quantität und die „Qualität“ dieser Aggression hängen allerdings auch mit den sozialen  Strukturen des Einzugsgebietes der Schule zusammen.

 

Ein weiteres Problemfeld ist das  Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen.  Notwendig ist die Erziehung zu gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz.

 

Für alle diese Bereiche bietet ein Schullandheimaufenthalt Raum und Zeit für ein gezieltes soziales Training.

 

 

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