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"RIK" Regionales Integrationskonzept Lingen


Sonderpädagogische Grundversorgung Mobiler Dienst "Emotionale und Soziale Entwicklung



"RIK" Regionales Integrationskonzept Lingen




Regionales Integrationskonzept - Stadt Lingen




1 Vorbemerkungen

Dieses Regionale Integrationskonzept beschreibt die Organisation der sonderpädagogischen Förderung im Primarbereich der Grund- und Förderschulen in der Stadt Lingen (Ems).
Neben den organisatorischen Bausteinen sind ebenso die inhaltlichen und personellen zu skizzieren, um sonderpädagogische Ressourcen für die präventive und sonderpädagogische Förderung in Lingen (Ems) zu halten und den Erfordernissen
entsprechend auszubauen.



1.1 Geltungsbereich
In der Stadt Lingen ist im Laufe der letzten Jahre die Zusammenarbeit zwischen den Förderschulen und den anderen allgemeinbildenden Schulen im Primarbereich kontinuierlich aufgebaut und weiterentwickelt worden. Auch die Schulen im Sekundarbereich I konnten erste Erfahrungen der Zusammenarbeit sammeln.
Das vorliegende Regionale Integrationskonzept der Stadt Lingen – RIK LINGEN - sieht vor, auf der Grundlage der bisherigen Zusammenarbeit und Erfahrungen die verschiedenen Formen sonderpädagogischer Fördermaßnahmen zu strukturieren, zu
koordinieren und zu einem verlässlichen Gesamtkonzept zusammenzuführen.

Das regionale Förderzentrum
- Pestalozzischule – Förderschule Schwerpunkt Lernen

arbeitet zusammen mit den überregionalen Förderzentren

- Carl-Orff-Schule – Förderschule Schwerpunkt Hören und Sprache
Mobile Dienste in den Förderschwerpunkten
Hören, Sehen, Körperliche und Motorische Entwicklung

- Helen-Keller-Schule – Förderschule Schwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung

- Eylardus-Schule – Förderschule Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

sowie der Tagesbildungsstätte in Trägerschaft des Christophoruswerkes für Schülerinnen
und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in der geistigen Entwicklung.

Sie gewährleisten die sonderpädagogische Förderung aller Schülerinnen und Schüler in der Stadt Lingen (Ems) und der Grundschule Bawinkel.
Kolleginnen und Kollegen der Pestalozzischule und der Carl-Orff-Schule unterstützen seit Jahren Schülerinnen und Schüler der Grundschulen im Einzugsbereich präventiv und sonderpädagogisch integrativ.
Grundlage dieses Unterstützungs- und Kooperationssystem bildet der Erlass „Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Sonderschule“ vom 17.2.1987. Die mit diesem Erlass bisher zur Verfügung gestellten personellen Ressourcen wurden bisher in
Abhängigkeit der Unterrichtsversorgung der jeweiligen Förderschule festgelegt und in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. In Zukunft wird dieses Instrumentarium abgelöst von der „sonderpädagogischen Grundversorgung“.


1.2 Ziele
Da beide Lingener Förderschulen auf der Grundlage des Erlasses „Sonderpädagogische Förderung“ vom 01.02.2005 für die Sicherung der sonderpädagogischen Förderung (in den Förderschwerpunkten Sprache, Lernen und Emotionale und Soziale Entwicklung) in
ihrem Einzugsbereich zuständig sind, ergibt sich nun mit der Reduzierung der personellen Ressourcen für die „Zusammenarbeit“ die Notwendigkeit der konzeptionellen Weiterentwicklung. Diese besteht im Wesentlichen in der Einführung der sonderpädagogischen Grundversorgung für die Grundschulen, was für diese wie auch für die Förderschulen inhaltliche, personelle und organisatorische Veränderungen bedeutet.
Das System der sonderpädagogischen Förderung in der Stadt Lingen (Ems) wird dadurch nicht abgeschafft, sondern anders organisiert und erweitert.
Gleichzeitig erfolgt mit dieser Weiterentwicklung in der Stadt Lingen (Ems) ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem, das zu schaffen sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet hat.
Die mit der sonderpädagogischen Grundversorgung einhergehende gemeinsame Unterrichtung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ist (schon heute) eine
Aufgabe aller Schulen.
Dies bedeutet im Einzelnen:
- Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in den allgemeinbildenden Schulen ihres Wohnbezirkes, zumindest aber in regionaler Nähe entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen zielgleich oder zieldifferent unterrichtet.
- Die sonderpädagogische Grundversorgung in den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung und Sprache an allen Grundschulen unterstützt diese bei der Förderung aller Kinder.
- In den Förderschwerpunkten Sehen, Hören, Körperliche und Motorische Entwicklung werden vorrangig Mobile Dienste regional und überregional eingesetzt.
- Ein Mobiler Dienst im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung an dem regionalen Förderzentrum, Pestalozzischule Lingen, soll für den vorschulischen Bereich und den Sekundarbereich I eingerichtet werden.
- Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schwerpunkt Geistige Entwicklung werden in der Tagesbildungsstätte des Christophoruswerkes beschult.
Im Primarbereich stehen Kooperationsklassen an 6 Lingener Grundschulen zur Verfügung.
Gemeinsamer Unterricht und gemeinsame Erziehung in bestimmten Fächern und
Bereichen ist Zielsetzung dieser Kooperation. Die Kooperationsklassen werden von Förderschullehrkräften unterstützt.
- Für den stufenweisen Auf- und Ausbau der Bestandteile dieses Regionalen Integrationskonzeptes für die Stadt Lingen (Ems) werden die organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen für mehr gemeinsamen Unterricht
und mehr gemeinsame Erziehung geschaffen.


1.3 Rechtliche Grundlagen
- § 4 des Niedersächsischen Schulgesetzes
- § 14 des Niedersächsischen Schulgesetzes
- „Sonderpädagogische Förderung" (RdErl. d. MK v. 1.2.2005, Absatz 1.7.4.)
- Verordnung zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs vom
01.11.1997 sowie Ergänzende Bestimmungen
- UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (ratifiziert
von Bundestag und Bundesrat im März 2009)



2 Bestandsaufnahme


2.1 Schulische Einrichtungen der Stadt Lingen
Die Stadt Lingen hat zurzeit 56.094 Einwohner. Das Angebot allgemeinbildender Schulen
ist vielfältig und ausdifferenziert:
17 Grundschulen in städtischer Trägerschaft
3 Haupt- und Realschulen; davon eine in Trägerschaft des Bistums
1 Förderschule Lernen in städtischer Trägerschaft
1 Förderschule Hören und Sprache in Trägerschaft des Landkreises Emsland
1 Gesamtschule in Trägerschaft des Landkreises Emsland
3 Gymnasien; davon eines in Trägerschaft der Kongregation der Franziskanerinnen
Thuine
1 Tagesbildungsstätte in Trägerschaft des Christophoruswerkes


2.2 Vorhandene integrative Strukturen
Schule Integrative Strukturen
Carl-Orff-Schule (Förderschule Hören und
Sprache)
Kooperationsverträge mit zurzeit
folgenden Grundschulen:
GS Altenlingen
GS Baccum
GS Brögbern
GS Castellschule
GS Damaschke
GS Darme
GS Gauerbach
GS Johannesschule
GS Wilhelm-Berning-Schule
GS Bawinkel
Nachbetreuung bei Rückschulung
Regionale Mobile Dienste in den
Förderschwerpunkten Sehen, Hören und
Körperliche und Motorische Entwicklung
Überregionale Mobile Dienste in den
Förderschwerpunkten Sehen, Hören und
Körperliche und Motorische Entwicklung


Pestalozzischule (Förderschule Lernen) Kooperationsverträge mit zurzeit
folgenden Grundschulen:
GS Bramsche
GS Erich-Kästner
GS Holthausen
GS Johannesschule
GS Matthias-Claudius
GS Overbergschule
Sonderpädagogische Förderung in der
HS Friedensschule




3 Organisationsstruktur des Regionalen Integrationskonzepts
der Stadt Lingen (Ems)


3.1 Sonderpädagogische Grundversorgung in den Grundschulen
Die bereits bekannten und erprobten Formen integrativer Zusammenarbeit zwischen
Grundschulen und Förderschulen werden in der sonderpädagogischen Grundversorgung
fortgeführt und weiterentwickelt. Die bislang auf den Einzelfall bezogene Zusammenarbeit
wandelt sich zu einer systembezogenen Zusammenarbeit.
Die sonderpädagogische Grundversorgung ist auf gemeinsamen Unterricht und
gemeinsame Erziehung für alle Schülerinnen und Schüler ausgerichtet und soll in den
Förderschwerpunkten Lernen, sozial-emotionale Entwicklung und Sprache wirksam
werden.
In den 18 Lingener Grundschulen (einschließlich Grundschule Bawinkel) werden alle
Schülerinnen und Schüler präventiv sowie integrativ gefördert.
Frühzeitige unterrichtsimmanente und unterrichtsbegleitende Diagnostik und Förderung
sollen der Ausprägung von Lern-, Verhaltens- und Sprachauffälligkeiten präventiv
entgegenwirken.
Das bedeutet im Einzelnen:
- In der Regel besuchen alle Schülerinnen und Schüler (auch die festgestelltem
sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen, sozialemotionale
Entwicklung und / oder Sprache) ihre wohnortnahe zuständige
Grundschule und werden von den Lehrkräften der Grundschule zusammen mit den
Förderschullehrkräften unterrichtet, erzogen und gefördert.
- Ziel der Zusammenarbeit ist das frühzeitige Erkennen von Lern-, Verhaltens- und
Sprachschwierigkeiten und das daraus resultierende vorbeugende Entgegenwirken
durch präventive Maßnahmen.
- Die Umschulung einer Schülerin oder eines Schülers mit festgestelltem
sonderpädagogischem Förderbedarf entfällt in der Regel.
(Nur im Ausnahmefall kann unter Abwägung der Förderbedürfnisse des Kindes eine
Förderschule der angemessene Förderort sein. Dieses erfolgt nach den jeweils
gültigen Bestimmungen der Verordnung zur Feststellung des sonderpädagogischen
Förderbedarfs vom 01.11.1997.)
- Jeder Grundschule soll eine Förderschullehrkraft oder ein Team von zwei
Förderschullehrkräften zugeordnet werden, mit der sie eine kontinuierliche
integrative Zusammenarbeit aufbauen kann. Die Einsatz- und Arbeitsschwerpunkte
innerhalb der Schule werden auf der Grundlage des gemeinsam erarbeiteten
Förderkonzepts der Grundschule festgelegt.
- Grundsätzlich bringt die Förderschullehrkraft allgemeine Prinzipien
sonderpädagogischer Förderung in die Arbeit der Grundschule ein. Die
Förderschullehrkräfte der Pestalozzischule sind, unabhängig von ihrer studierten
Fachrichtung, primär Ansprechpartner für die Förderung in den Schwerpunkten
Lernen und emotional-soziale Entwicklung, die Förderlehrkräfte der Carl-Orff-
Schule entsprechend in dem Förderschwerpunkt Sprache. Für spezifische
Fragestellungen besonderer Fachrichtungen können sie auf die Unterstützung der
Fachkräfte der überregionalen Förderzentren zurückgreifen.



3.2 Verfahren zur Verteilung der zugewiesenen Stundenkontingente
Zur Berechnung der notwendigen Förderschullehrerstunden hat das Niedersächsische
Kultusministerium einen Rechenwert von zwei Förderschullehrerwochenstunden pro
teilnehmender Grundschulklasse und Schulkindergartengruppe festgelegt. Mit heutigem
Stand ist unter der Voraussetzung der Teilnahme aller Grundschulen ein
Stundenkontingent von insgesamt 242 Wochenstunden (ca. 10 volle Förderschullehrerstellen)
im Endausbau notwendig.
Die Verteilung des jeweils bereitgestellten Stundenkontingents erfolgt rechtzeitig vor
Beginn des neuen Schuljahres in Zusammenarbeit mit der Landesschulbehörde innerhalb
einer Dienstbesprechung der Schulleiterinnen und Schulleiter aller beteiligten Schulen
(alternativ: der delegierten Schulleitung jeweils eines Schulverbundes und den beiden
Förderschulleitungen). Das Gremium berücksichtigt regionale Gegebenheiten wie soziale
Brennpunkte, die Häufigkeit des Auftretens von sonderpädagogischem Förderbedarf in
den einzelnen Schwerpunkten und die absehbare Entwicklung eines besonderen
Förderbedarfs im jeweils nächsten Schuljahr. Darüber hinaus sind die besonderen
Bedingungen der einzelnen Grundschulen zu berücksichtigen.
Um sowohl Kontinuität als auch Flexibilität des Einsatzes der Förderschullehrkräfte zu
gewährleisten, ist ein regionaler Einsatz der Förderschullehrkräfte sinnvoll. Die
Arbeitsbedingungen der abzuordnenden Förderschullehrkräfte sind, in Abstimmung mit
den Personalräten, angemessen zu berücksichtigen.



3.3 Einsatz Mobiler Dienste in allen Schulformen


3.3.1 Mobile Dienste für Hören, Körperliche und Motorische Entwicklung, Sehen
Schülerinnen und Schüler mit einem Förderbedarf im Bereich der Motorischen und
Körperlichen Entwicklung sowie im Bereich der Sinnesbeeinträchtigungen können in allen
Schulformen sonderpädagogische Unterstützung im Rahmen des Mobilen Dienstes
erhalten.
Das überregionale Förderzentrum Carl-Orff-Schule bietet folgende Mobile Dienste an:
Carl-Orff-Schule: Mobiler Dienst für Körperliche und Motorische Entwicklung
Mobiler Dienst Hören
Mobiler Dienst Sehen
Der am individuellen Förderbedarf der Schülerin oder des Schülers orientierte Einsatz des
Mobilen Dienstes umfasst die Beratung der Lehrkräfte, der Erziehungsberechtigten und
der betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie unterrichtliche Interventionen bei
zielgleicher und zieldifferenter Förderung.

Im Einzelnen können dies sein:
- Beratung bei didaktischen, methodischen oder unterrichtsorganisatorischen Problemen.
Dazu gehören u.a. Informationen über Beeinträchtigungen, Hinweise und Hilfen bei der
Ausstattung des Arbeitsplatzes, Auswahl schulischer Arbeitsmittel, Anpassung von
Lernmaterialien.
Beratung bei erzieherischen und / oder sozialen Problemen, die sich aus der
Beeinträchtigung ergeben.
Anbahnung und Erstellung von individuellen Förderplänen in Zusammenarbeit mit der
zuständigen Lehrkraft.
Zeitlich begrenzte Unterrichtsprojekte zur situationsbezogenen Entwicklung des
Förderkonzeptes.



3.3.2 Mobiler Dienst Emotionale und soziale Entwicklung
Pestalozzischule: Mobiler Dienst Emotionale und Soziale Entwicklung im vorschulischen
Bereich und im Sekundarbereich I.
Im vorschulischen Bereich und im Sekundarbereich I wird aus nachfolgenden Gründen
ein Mobiler Dienst im Bereich der Emotionalen und Sozialen Entwicklung eingerichtet.
Kinder mit Beeinträchtigungen in der Emotionalen und Sozialen Entwicklung werden
vermehrt aus vorschulischen Einrichtungen, von Grundschulen und im Besonderen von
Schulen des Sekundarbereiches I gemeldet. Von 60 überprüften Kindern wurde bei 18
Schülern und Schülerinnen ein Förderbedarf im Bereich emotionale und soziale
Entwicklung festgestellt.
Der Mobile Dienst Emotionale und Soziale Entwicklung des Nordkreises (Altkreis
Aschendorf-Hümmling) berichtet über zahlreiche Anfragen aus der Region Lingen, vor
allem seit Entstehen der vakanten Stelle der Fachberatung Integration und
sonderpädagogische Förderung im Südkreis des Emslandes.
Die sonderpädagogische Grundversorgung beinhaltet ausschließlich die präventive Arbeit
im Primarbereich. Der Sekundarbereich I und auch der vorschulische Bereich sind nicht
berücksichtigt.
Die Anzahl von Kindern mit Beeinträchtigungen im Bereich der Emotionalen und Sozialen
Entwicklung wird in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht rückläufig
sein. Das RIK LINGEN setzt sich zum Ziel, den vorschulischen Bereich und die
allgemeinbildenden Schulen des Sekundarbereiches I im Bereich dieses
Förderschwerpunktes zu unterstützen. Schülerinnen und Schüler mit einem Förderbedarf
in diesem Bereich sollen die notwendigen Hilfen erhalten, aber möglichst die wohnortnahe
Bildungseinrichtung weiter besuchen.
Arbeitsschwerpunkte des Mobilen Dienstes können sein:
- Zusammenarbeit mit dem Beratungslehrer
- Bereitstellen von Informationsmaterialien
- Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte
- Nachteilsausgleich überdenken
- Unterrichtsgestaltung
- Interventionsprogramme
- Verhalten in Konfliktsituationen
- Beratung der Erziehungsberechtigten
- Informationsvermittlung hinsichtlich grundlegender erzieherischer Eckpunkte
- Vermittlerdienst Schule – Elternhaus
- Hilfe bei der Suche nach geeigneten außerschulischen Maßnahmen
- Vermittlung von Maßnahmen des Jugendamtes
- Vernetzung der Hilfsangebote
- Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen
- Individuelle Fördermaßnahmen
- Einsatz diagnostischer Verfahren
- Fördermaßnahmen in verschiedenen Bereichen
- Vermittlung von Lernstrategien
Mögliche Organisationsstruktur des Mobilen Dienstes Emotionale und Soziale
Entwicklung:
- Erziehungsberechtigte und / oder Schulen melden Beratungsbedarf an
- Mobiler Dienst führt Erstgespräche
- Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte formulieren Veränderungswünsche
- Absprachen über Ziele durch Nutzung vorhandener Ressourcen
- Niederschwellige Hilfsangebote durch das Jugendamt
- Handlungsschritte mit dem Ziel, die negativen eingefahrenen Verhaltensmuster und
Strukturen aufzubrechen
- Vereinbarung eines Zeitfensters mit dem Ziel der Evaluation
- Klärung des weiteren Vorgehens bei Nichterfolg
- In Fällen massiven Fehlverhaltens erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
die Einbeziehung professioneller Hilfe
Eine über einen längeren Zeitraum andauernde unterrichtliche Intervention durch die
Mobilen Dienste beider Förderzentren kann es nur in Ausnahmefällen geben.



3.4 Integrations- und Kooperationsklassen
Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung bedürfen bei
integrativem Unterricht zusätzlicher Förderung. Im Gegensatz zu der in Absatz 3.1
dargestellten sonderpädagogischen Grundversorgung handelt es sich hier um eine
Fördermaßnahme, die auf der Basis des nach Verordnung festgestellten individuellen
sonderpädagogischen Förderbedarfs eingerichtet werden kann.
In einer Integrationsklasse werden Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt
Geistige Entwicklung gemeinsam mit den übrigen Schülerinnen und Schülern einer Klasse
zieldifferent unterrichtet. Die Einrichtung von Integrationsklassen steht unter einem
Genehmigungsvorbehalt der Schulbehörde.
Die Kooperationsklasse fasst Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt
Geistige Entwicklung zu einer Lerngruppe zusammen, die als Klasse eines
Förderzentrums / einer Tagesbildungsstätte an der Grundschule oder einer Schule im
Sekundarbereich I geführt wird. Kooperationsklasse und Partnerklasse entwickeln Formen
des gemeinsamen Unterrichts und gemeinsamen Erziehens.
Vor dem Hintergrund des § 25 NSchG und der Annahme, dass Menschen mit
Behinderungen das Recht haben, mit anderen in Gemeinschaft zu lernen und zu leben,
findet der Unterricht der Tagesbildungsstätte Lingen seit dem Schuljahr 2001/2002 in den
ersten vier Schuljahren in kooperativer Form an Standorten verschiedenen Lingener
Grundschulen statt.



3.5 Perspektiven

Die Organisationsformen sonderpädagogischer Förderung setzen sich je nach
Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich fort.
Hierzu zählen in der Region Lingen insbesondere die Organisationsformen:
- Mobiler Dienst Sehen, Hören, Körperliche und Motorische Entwicklung
- Mobiler Dienst Emotionale und Soziale Entwicklung im Sekundarbereich I
- Nachbetreuung zurückgeschulter Schüler und Schülerinnen mit dem
Förderschwerpunkt Lernen im Sekundarbereich I



4. Arbeitsstruktur im Regionalen Integrationskonzept Lingen

4.1 Die Förderschulen
Je nach sonderpädagogischem Förderbedarf der Schülerin / des Schülers ist das
regionale Förderzentrum, Pestalozzischule Lingen, oder das überregionale
Förderzentrum, Carl-Orff-Schule, zusammen mit der entsprechenden Grundschule für
folgende Bereiche zuständig:
- Durchführung präventiver Maßnahmen gegen drohende Beeinträchtigungen
- Unterrichtung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern mit
sonderpädagogischen Förderbedarf
- Beratung der Schulen, Erziehungsberechtigten, Lehrkräfte und Schülerinnen und
Schüler durch einen flexiblen Beratungsdienst
- Pädagogische wie sonderpädagogische Diagnostik
- Erstellung erforderlicher Berichte sowie – bei Bedarf – des Beratungsgutachtens im
Rahmen des Verfahrens zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
- Beratende Tätigkeiten bei Schullaufbahnentscheidungen
- Fachspezifische Weiterbildung und Fortbildung der Lehrkräfte und Bereitstellung
von sonderpädagogischen Materialien und Medien.
Die Schulleitungen aller mitwirkenden Schulen sowie der Leiter der Tagesbildungsstätte
führen regelmäßig Dienstbesprechungen mit dem Ziel durch, die bestmögliche
sonderpädagogische Förderung in den allgemeinbildenden Schulen zu realisieren.



4.2 Die Grundschulen
Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit auf die Besonderheiten der jeweiligen Grundschule
auszurichten.
Die Grundschulen erstellen für die präventive und sonderpädagogische Arbeit in
Zusammenarbeit mit der Förderschullehrkraft ein Förderkonzept mit dem Ziel, jedes
einzelne Kind optimal zu fördern.
Ein Förderkonzept gibt Antwort auf folgende Fragen:
- Nach welchen pädagogischen Grundsätzen wird die schulische Arbeit geplant?
- In welcher Form wird der Unterricht strukturiert? (u.a. Klärung des Verhältnisses
von gemeinsamem Unterricht mit der Förderschullehrkraft und zeitlich begrenztem
Einzel- oder Kleingruppenunterricht)
- Werden Schwerpunkte in den einzelnen Klassen gebildet?
(In mehrzügigen Grundschulen kann beispielsweise bei der Klassenstärke
differenziert werden.)
- Welche Aufgaben nehmen Grundschul- und Förderschullehrkräfte gemeinsam
wahr?
Beispielhaft lassen sich folgende Bereiche nennen:
- die unterrichtliche Tätigkeit
- Beratung von Lehrkräften sowie Erziehungsberechtigten
- Abfassung von Berichten und Beratungsgutachten im Rahmen der Verfahren
zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
- begleitende Diagnostik
- Erarbeitung von schulischen Förderkonzepten und individuellen
Förderplänen
- Ausarbeitung von Schullaufbahnempfehlungen in Klasse 4
- Zusammenarbeit mit den vorschulischen Einrichtungen sowie Beratung der
vorschulischen Einrichtungen



4.3 Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Das Verfahren auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs wird für die
Schüler und Schülerinnen im vierten Schuljahr eingeleitet, die voraussichtlich – auch unter
Inanspruchnahme Mobiler Dienste, Nachteilsausgleiche usw. – nicht erfolgreich im
Sekundarbereich I zielgleich lernen können.
In Einzelfällen kann das Verfahren für Schüler und Schülerinnen des dritten und vierten
Schuljahres eingeleitet werden, wenn die Landesschulbehörde unter Abwägung aller
Gesichtspunkte dieses zulässt.



5 Ausstattung

5.1 Sächliche Ausstattung
Sonderpädagogische Grundversorgung im Primarbereich:
Raumbedarf unverändert
Lehr- und Lernmittel mit erhöhtem Berechnungsfaktor
Integrationsklassen
Wie bisher:
Raumbedarf unverändert, abhängig von der Gesamtzahl der Klassen
Lehr- und Lernmittel mit erhöhtem Berechnungsfaktor
Kooperationsklassen
wie bisher

5.2 Personalbedarf
Sonderpädagogische Grundversorgung im Primarbereich:
Für die Umsetzung der sonderpädagogischen Grundversorgung werden ca. 10
Vollzeitförderschullehrkräfte im Endausbau benötigt (Berechnungsfaktor 2 Std. je Klasse
und Schulkindergartengruppe: 242 Wochenstunden).
Der erste Schritt der Umsetzung zu Beginn des neuen Schuljahres erfolgt in den ersten
beiden Jahrgängen der Grundschulen und erfordert ca. 5 Vollzeitlehrkräfte (61 Klassen á 2
WStd.: 122 Wochenstunden).
Mobile Dienste:
Die vorhandenen Mobilen Dienste werden fortgesetzt und weiterentwickelt.
Der Mobile Dienst Emotionale und Soziale Entwicklung im vorschulischen Bereich und im
Sekundarbereich I ist mit ca. fünf Vollzeitförderschullehrerstellen (132 LWSt) auszustatten.
(Berechnungsfaktor 3 Std. je:
- Anzahl überprüfter Kinder im Durchgang 2009 mit festgestelltem Förderbedarf im
Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung: 18 Schüler u. Schülerinnen
- Lingener Schüler, die an der Eylardus-Schule beschult werden: 22 !
- Anzahl der rückgeführten Schüler und Schülerinnen pro Schuljahr: 1
S: 41 mal 3 123 Wochenstunden)
Integrationsklassen:
Stundenzuweisung wie bisher entsprechend den Orientierungswerten.
Kooperationsklassen:
Zusammenarbeit wie bisher.



6 Umsetzung
Sonderpädagogische Grundversorgung im Primarbereich:
Es wird eine stufenweise Umsetzung angestrebt:
- damit die Grundschulen in ihrer Schulprogrammentwicklung genügend Zeit finden
- damit sich alle beteiligten Lehrkräfte in die erforderliche sich verändernde
Unterrichtstätigkeit einarbeiten können
- damit neu einzustellende Förderschullehrkräfte eingearbeitet werden können
- damit die Akzeptanz in den beteiligten Kollegien nicht überstrapaziert wird
- damit gute Erfahrungen übertragen und Schwierigkeiten besser überwunden
werden können.
Die stufenweise Umsetzung erfolgt – abhängig von Interesse und Bereitschaft der
Grundschulen – jahrgangsweise aufsteigend vom Schuljahr 2011/2012 an:
- Die sonderpädagogische Grundversorgung wird in den beteiligten Grundschulen
zum Schuljahr 2011/2012 in den ersten zwei Jahrgängen umgesetzt.
Vor allem in den ersten beiden Schuljahren gestalten sich die schulischen
Möglichkeiten zu einem differenzierteren und individualisierteren Unterricht
günstiger als in den Jahrgängen drei und vier. In diesen können die Erfordernisse
selektierender Zensierung auf die Möglichkeiten erforderlicher Differenzierung und
Individualisierung einschränken.
Für Schülerinnen und Schüler, die im dritten Schuljahr trotz umfänglicher
Unterstützung nicht mehr zielgleich in den versetzungsrelevanten Fächern lernen
können, sollte das Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
eingeleitet werden, um eine alternative Förderung in einer Förderschule zu
hinterfragen.
Die Zuweisung von Förderschullehrerstellen gründet sich zunächst einmal auf die
Jahrgänge eins und zwei.
- Die Ausweitung der sonderpädagogischen Grundversorgung auf die dritten und
vierten Schuljahrgänge erfolgt ab dem Schuljahr 2012/2013 in Abhängigkeit der
genehmigten erforderlichen zusätzlichen Förderschullehrerstellen.
- Im Schuljahr 2015/2016 sollte dieses Konzept insgesamt umgesetzt sein.
Integrationsklassen:
Wie bisher
Kooperationsklassen:
Fortführung wie bisher
Mobile Dienste:
Fortführung und Beginn des Mobilen Dienstes ES im vorschulischen Bereich und im
Sekundarbereich I zum kommenden Schuljahr.

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