Schülergenossenschaft „Coole Schule“ Sieger des WIR AG Wettbewerbs

Bester Geschäftsplan wird mit Internetauftritt belohnt

 Von cool bleiben konnte da keine Rede mehr sein: Die Schüler der „Coolen Schule“, die zur Schülerfirmenmesse der WIR AG ins Kreishaus gekommen waren, rissen die Arme hoch: Der erste Preis beim Wettbewerb „ Wer hat den besten Geschäftsplan“ geht nach Georgsmarienhütte an die Carl-Stahmer-Hauptschule.Von neun eingereichten Geschäftsplänen machte die Schülergenossenschaft „Coole Schule“ das Rennen. Die mit Wirtschaftsvertretern wie Dr. Fritz Brickwedde (Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt), Dr. Josef Hentschel (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück) oder dem Ersten Kreisrat Dr. Reinhold Kassing hochkarätig besetzte Jury hatte entschieden: Die „Coole Schule“ überzeugte durch ihre gut dokumentierten Geschäftsideen wie ihre Apfelsaftherstellung oder den Cateringbereich, die intensive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, mit anderen Schülerfirmen und Netzwerken, sowie die starke Struktur ihrer Genossenschaft. Nur an der Finanzplanung erkannte die Jury noch einige Schwachstellen. Und genau diese Hinweise auf Verbesserungen hatten sich Lehrer und Schüler von ihrer Teilnahme erhofft: „Natürlich war es Ehrensache, dass wir beim WIR AG Wettbewerb mitgemacht haben“, so Lehrer Thomas Hamm, „aber wir wollten vor allem eine professionelle Einschätzung unserer Arbeit. Wo wir stehen, was gut läuft und woran wir noch arbeiten müssen.“

Damit hatte der Landkreis Osnabrück als Veranstalter der WIR AG ins Schwarze getroffen. Bei der diesjährigen Schülerfirmenmesse stand die Geschäftsplanung im Mittelpunkt, ohne die in Unternehmen nichts läuft. Vor allem will die WIR AG den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern und die Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern fördern. „Das Engagement in den Schülerfirmen färbt auch auf das Sozial- und Lernverhalten ab,“ so Landrat Manfred Hugo bei der Preisverleihung im voll besetzten Sitzungssaal des Kreishauses. Auch das seien wertvolle Kriterien für den späteren Berufseinstieg.

Für die Coole Schule, die mit ihrer Gründung 1999 zu einer der ersten Schülerfirmen in Niedersachsen gehörte, kam der entscheidende Impuls für den Geschäftsplan von ihrem Unternehmenspaten, dem Getränkegroßhändler Ludwig Semmelmann. Winfried Bornemann, Lehrer und Begründer der „Coolen Schule“, erzählt, dass die Schüler dort oft zu Verkaufstrainings eingeladen wurden, aber eben auch organisatorische Unterstützung bekommen, die eigenen Konzepte zu überdenken und zu erweitern. Das zeigt auch das erfolgreiche Networking der „Coolen Schule“, das ganz besonderes Lob der Jury einbrachte.

Chancen verstärkt nutzen und Risiken bewältigen: Das ist die allgemeine Empfehlung der Jury an alle Schülerfirmen. Ein Hinweis, den die Schüler auch für sich persönlich aufzugreifen wissen. „Ich kann hier richtig mitarbeiten und lerne viel“, sagt Schüler Torben Herzig (7. Klasse) und zählt eine ganze Menge auf: „Die Abrechnung im Kiosk, Teamarbeit, andere Menschen ansprechen.“ Und Gamze Cemtosun aus der 10. Klasse ergänzt: „Man lernt eben, auf andere zuzugehen, sonst kämen wir mit unserer Schülerfirma nicht sehr weit.“ Als Risiko dagegen sieht Lehrer Hamm den möglichen Personalmangel in der Schülerfirma. Wenn die nachwachsenden Jahrgänge weniger interessiert sind oder auch die Lehrer mit den vielen Anfragen an die „Coole Schule“ nicht mehr nachkommen. Dafür werden die Lehrer zurzeit von der Vollzeitkraft Ralf Ingenpass unterstützt. „Ein wirklich wichtiger Mann für uns.“

Die „Coole Schule“ braucht alle Kräfte, denn auch nach der Einreichung des Geschäftsplans gibt es viel zu tun. Ein Flyer wurde gedruckt und die Gärtnerei Tegeler in Holzhausen stellte ihre Apfelwiese zur Ernte zur Verfügung. „Wir haben fast eine Tonne Äpfel dort geerntet“, erzählt Schüler Raimund Vennemann (7. Klasse). 800 Liter leckerer biotrüber Apfelsaft wurden daraus produziert, rund eineinhalb Tausend Liter zusätzlich noch aus der Ernte von einer Streuobstwiese in Osnabrück. Es sieht also so aus, als würde die „Coole Schule“ auch nach dem Sieg beim Schülerfirmenwettbewerb der WIR AG dick im Geschäft bleiben. Als Erster Preis wird übrigens ein professioneller Internetauftritt vergeben, der von der Meller Firma Mindwerk gestiftet und in der Umsetzung unterstützt wird. Mit dem Kreativpreis wurde die Schülerfirma „Schülerzauber“ vom Paul-Moor-Bildungszentrum in Bersenbrück ausgezeichnet. Sie bekommen ein großes Banner für die Firmenwerbung, gesponsert von den Sparkassen im Osnabrücker Land, die außerdem die WIR AG – Messe finanziell unterstützt haben.Für ihren Internetauftritt hat die „Coole Schule“ schon konkrete Vorstellungen. „Wir könnten dort Bilder von der Apfelernte präsentieren“, schlägt Schüler Alexander Travica (8. Klasse) vor, „oder ein lustiges Video, wie wir in den Bäumen hängen.“ Und Betreuer Ralf Ingenpass ergänzt verschmitzt: „Action auf der Apfelwiese – das wäre doch was.“
 


Schülergenossenschaft "Coole Schule"

 

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