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Naxos

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Klima
Climate

Die Kykladen gehören zu den niederschlagärmsten Regionen in Griechenland (LIENAU 1989). Das mediterrane Klima von Naxos wird durch trockene Sommer und feuchte Winter geprägt. Die mittleren jährlichen Niederschlagsmengen von 375 mm und eine Jahresmitteltemperatur von 18,2 ° C führen zu der Einordnung in ein "gemäßigt-sommertrockenes Mittelmeerklima" (nach W. KÖPPEN: Csa-Klima bzw. "Olivenklima") mit Übergang zum "Steppenklima" (BSh/k-Klima) (BÖHLING 1994).

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Abbildung: Klimadiagramm der Station Naxos an der Westküste (9 m ü. NN)
(Quelle: RÜTHNICK 1997)
Figure: Graph of the climate, climatological station Naxos at the west coast
(9 m above sea level) (Source: RÜTHNICK 1997)

Der kälteste Monat ist der Januar und der wärmste Monat der Juli. Nach Berechnung der monatlichen Trockenindizes weist der Küstenbereich im langfährigen Mittel fünf humide Monate (November bis März) und sieben aride Monate (April bis Oktober) auf. Das Klima kann hinsichtlich der Humidität als semiarid mit Tendenz zu arid bezeichnet werden (LEHMANN 1994).

Tabelle: Daten zum Klima auf Naxos (Küstenstation)
Table: Climatological data at Naxos (coast station)
Niederschlag
Precipitation (Annual rainfall)

375 mm

Anzahl der Regentage
Number of days with rain

76

Jahresdurchschnittstemperatur
Average annual temperature

18,2 ° C

Durchschnittliches Temperaturminimum
Average minimum temperature

9,3 ° C

Absolutes Temperaturminimum
Absolute minimum temperature

- 1,0 ° C

Durchschnittliches Temperaturmaximum
Average maximum temperature

26,7 ° C

Absolutes Temperaturmaximum
Absolute maximum temperature

37,4 ° C

Durchschnittliche relative Luftfeuchte
Average relative humidity

71 %

Jährliche Sonnenscheindauer
Annual number of days with sunshine

2586

Frosttage pro Jahr
Annual number of days with frost

0,2

Windstärke
wind-strength

an 74 % der Tage: 2 - 6 Beaufort
at 74 % of the days: 2 - 6 Beaufort

Typisch für Naxos ist die hohe Windhäufigkeit und der mit ihr verbundene Wechsel von Temperatur und Feuchtigkeit. Nur 8% des Jahres herrscht absolute Windstille. Am häufigsten weht der Wind aus nördlicher und nordöstlicher Richtung. Im Winter bringt der als "Boreas" bezeichnete, kalte und oft stürmische Nordwind Regen und in den höchsten Gebirgslagen sogar vereinzelt Schnee. Im nahezu niederschlagsfreien Sommer sorgen die zwischen Juni/Juli und September beständig wehenden und als Etesien bzw. lokal als "Meltemi" bezeichneten Nordwinde für Abkühlung. Die zumeist im Frühjahr und Herbst wehenden Südwinde aus der Sahara bringen dagegen als "Sirokos" lähmende Hitze. Die vorherrschende Windgeschwindigkeit liegt mit 74 % Häufigkeit zwischen 2 und 6 Beaufort (2-13 m pro Sekunde).

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Abbildung: Durchschnittliche jährliche Häufigkeit der Windrichtung und der Windstärke an der Küstenstation Naxos (aus: RÜTHNICK 1997)
Figure: Average of the annual frequency of the wind direction and of the wind-strength at the coast station of Naxos

 

Die Höhenerstreckung der Insel bis zu 1000 Metern über dem Meer und dadurch bedingte orographische Luv- und Lee-Effekte führen zu einer erheblichen klimatischen Differenzierung der Inselregion. So ist der windexponierte Norden von Naxos deutlich feuchter und kühler als der Südteil. Allgemein ist die zentrale Bergregion durch höhere Niederschläge und Bewölkerungsgrade, niedrigere Temperaturen und Vorkommen von vereinzelten Frosttagen beeinflußt.

Tabelle: Vergleich der Niederschlagsmengen der Küstenregion (Naxos-Chora), des intramontanen Becken Tragea (Chalki) und des Berglandes (Aperathou)
(Quelle: RÜTHNICK 1997)
Table: Comparsion of the amount of precipitation at the coast (Naxos-Chora), in the mountain basin Tragea (Chalki) and in the mountains (Aperathou)
(Source: RÜTHNICK 1997)
Niederschläge in mm (1990-1995)
Precipitation in mm (1990-1995)

Naxos-Chora

Chalki

Aperathou

Absolutes Monatsmaximum
Absolute monthly maximum

24-h-Maximum
Maximum per day

Jahresniederschlag
Annual Precipitation

165

 

97

 

361

291

 

112

 

639

306

 

122

 

668

Die Niederschlagsverteilung ist sowohl in den Küsten- als auch in den Bergregionen durch eine hohe Variabilität gekennzeichnet.

Ökologisch und für die landwirtschaftliche Produktion sind vor allem der Windreichtum, der jährlich geringe Bewölkungsgrad und die hohe Niederschlagsvariabilität auf Naxos von Bedeutung. Der Wind und die hohe Sonneneinstrahlung fördern die Evapotranspiration und sind für das hohe sommerliche Wasserdefizit (MATUSZCZYK & NIESSING 1990, LEHMANN 1994) verantwortlich. Die natürliche Vegetation zeigt dürrebedingte Anpassungsformen und legt während der langen Trockenzeit in der Regel eine Ruhephase ein. Kulturen mit höheren Wasseransprüchen wie z.B. Zitrusfrüchte müssen mit Grundwasser (Quell- und Brunnenwasser) oder gesammeltem Regenwasser (Zisternen) bewässert und durch Windschutzhecken vor zu hoher Verdunstung geschützt werden. Für den Wasserhaushalt spielt jedoch insbesondere im Frühjahr die hohe Luftfeuchtigkeit und der Taufall eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Starkregen mit Niederschlagsereignissen, die nicht selten mehr als 50 mm betragen, führen im Herbst und frühen Winter (Oktober, November, Dezember) auf den ausgedörrten Böden zu einem hohen Oberflächenabfluß und starker Bodenerosion mit Rinnen- und Grabenbildung und Nährstoffverlusten der Oberböden (RÜTHNICK 1997).


Karten Maps
Lage und naturräumliche Gliederung Location and Landscape Character
Klima Climate
Flora Flora
Fauna Biota
Böden Soils
Oberflächengewässer und Grundwasser

Surface Water and Ground Water

Gestein und Bergbau Rock and Mining
Sozio-ökonomische Entwicklung Social-Economic Development
Literatur Literature
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Last update on 07.07.1999 by Markus Zapke-Gründemann