TRIANET

Naxos

Home
News
Methods
Analysis
Regions
Nature - Culture - Society
Conatct
Links


Böden
Soils

Für die Bodenbildung auf Naxos sind neben dem Ausgangsgestein und den zeitlich-klimatischen Verhältnissen vor allem nutzungsbedingte Einflüsse von Bedeutung. Der Mensch hat durch Inkulturnahme von steilen Hängen stark in die Bodenbildungsprozesse eingegriffen. Rodungs- und weidebedingte Bodenerosion in den Bergregionen und die Aufschüttung von Terrassenböden an den Talhängen und in den Ebenen sind charakteristisch. Der kleinräumige Wechsel von Gestein und Relief trägt weiterhin zu einer großen Vielfalt der Bodenverbreitung bei.

Folgende Bodentypen sind charakteristisch für Naxos:

Böden auf Kalk- und Dolomit-Marmor:
Soils on calcareous marble and dolomitic marble:

Klassischerweise haben sich auf Marmor flachgründige Rendzinen mit einem F-Mull als Humusform ausgebildet (Mullrendzina). Weitaus häufiger sind allerdings skelettreiche Übergangsformen zu Mediterranen Braunerden und Kolluvisolen zu finden. Ursache ist das enge Nebeneinander von Schiefer- und Marmorgestein und die durch Bodenerosion bedingte Umlagerung von Fremdmaterial. Ein Teil der Kolluvisol-Rendzinen stellen Reste ehemaliger, aus der Nutzungs genommener und stark gekappter Terrassenböden über Marmorgestein dar. Die Rendzinen zeichnen sich im allgemeinen durch mittlere bis hohe Humusgehalte von 5-13 % aus. Unter Kermeseichen-Wald zeigen sie als Auflagehumus in der Regel einen mullartigen Moder. Die nutzbare Feldkapazität ist aufgrund ihrer Flächgründigkeit und des teilweise auch hohen Skelettgehaltes gering.

Eine Besonderheit stellen die auf Marmorrücken und -kämmen vorkommenden, intensiver rotgefärbten und tonreicheren Böden dar. Sie finden sich in Bodentaschen des Marmors und in Depressionen ausstreichender Felsbänke. Diese Rotlehme sind Paläoböden mit hohen Hämatitanteilen und stellen Reste von tropisch-subtropischer Verwitterung aus dem Tertiär dar. Heute sind sie als reliktische oder fossile (begrabene) Bodenreste vorhanden (BÖHLING 1994, LEHMANN 1994, RÜTHNICK 1997). Mittelgründige Rotlehme besitzen aufgrund des zumeist geringeren Skelettgehaltes und höherer Tongehalte (Tonanteil ca. 30%) wasserhaushaltlich günstigere Eigenschaften als die Rendzinen.

In Erosionslagen, d.h. an steilen Hängen und auf Bergkuppen ist die Bodenbildung oft unterbrochen, so daß sich nur Syroseme (Rohböden) mit geringmächtigen, initialen Humushorizonten entwickeln konnten (RÜTHNICK 1997).

 

Böden auf Schiefer und Granodiorit:
Soils on schist and granodiorite:

Im Bereich silikatischer Gesteine wie Schiefer und Granodiorit haben sich je nach Lage im Relief und Nutzungsart Ranker oder Mediterrane Braunerden ausgebildet.

Sehr flachgründige Ranker sind flächenmäßig selten vertreten. Sie kommen vereinzelt auf Kuppen oder an steilen Hängen unter mediterraner Zwergstrauchvegetation (Phrygana) vor. Die Ursache der Seltenheit von Rankern liegt darin begründet, daß der morphologisch relativ weiche Schiefer selten als Kuppenbildner auftritt, sondern überwiegend das Gestein der Tallagen, Senken und Unterhänge darstellt.

Auf flachen Glimmerschieferhängen findet man häufig mittel- bis tiefgründige Mediterrane Braunerden mit schluffigem oder lehmigem Sand als Bodenart. Die Horizontübergänge zwischen Bodenmaterial, stark verwittertem Glimmerschiefer und festem Ausgangsgestein sind diffus. Für die hohe Wasserspeicherkapazität von zumeist über 200 mm spielt der Verwitterungshorizont eine bedeutende Rolle. Die Humusgehalte der häufig für den Anbau von Olivenbäumen genutzten Böden sind gering (1-3%). Unter sommergrünen Eichenbeständen sind allerdings Humusgehalte von 6-10 % und eine hohe bodenbiologische Aktivität von humusbesiedelnden Regenwurmarten und streubewohnenden Spinnen- und Käferarten charakteristisch (RÜTHNICK 1997).

 

Terrassenböden:
Soils on terraces:

Neben den Rohböden und Rendzinen sind im Bergland die Terrassenböden am weitesten verbreitet. Terrassen-Kolluvisole sind die typischen Böden der ackerbaulich genutzten Talhänge. Die Mächtigkeit dieser anthropogenen, feinskelettreichen Böden schwankt zwischen 2 Meter an der Terrassenkante und 0,2 Meter bergwärts (LEHMANN 1994). Die Terrassen sind überwiegend auf Schiefer und vereinzelt auf Marmor angelegt worden. Einige Terrassen weisen vermutlich ein hohes Alter von mehreren tausend Jahren auf und zeigen beginnende Verbraunung des abgelagerten Bodenmaterials. Bei Nutzungsaufgabe und damit einhergehendem Zerfall der stützenden Terrassenmauer sind Profilverkürzungen durch Bodenerosion und teilweise sogar Freilegung des geologischen Untergrundes zu beobachten. Die Wasserkapazität der Terrassenböden ist vor allem von der Mächtigkeit der Böden bzw. dem Grad der Abtragung abhängig.

 

Neben den oben beschriebenen Böden kommen auf Naxos in flächenmäßig geringeren Anteilen folgende Bodentypen vor:

  • Gleye an den Bächen der Kerbsohlentäler mit permanenter oder periodischer Wasserführung
  • Lockersyrosem (Rohboden) und Pararendzina im Bereich der Küstendünen
  • Alluvialböden der Schwemmlandebenen

Die pH-Werte der Böden liegen sowohl auf Marmor als auch auf den z.T. carbonathaltigen Glimmerschiefern im sehr schwach basischen bis sehr schwach sauren Bereich und weisen somit hinsichtlich der Nährstoffversorgung günstige Voraussetzungen auf. Begrenzender ökologischer Faktor ist vor allem die Wasserversorgung. Selbst bei tiefgründigen Böden mit hohen nutzbaren Feldkapazitäten sind aufgrund der hohen Verdunstung (Evapotranspiration) spätestens im Frühsommer die Bodenwasserspeicher an grundwasserfernen Standorten entleert. Die sommerliche Trockenheit führt vermutlich zu einer Einengung der biologischen Aktivitätsperiode und ist Ursache für die geringe Profildifferenzierung. Die humusarmen Braunerden und die Terrassen-Kolluvisole sind außerdem aufgrund ihrer hohen Feinsand- und Schluffanteile im Sommer durch Winderosion und im Winter durch Wassererosion gefährdet.


Karten Maps
Lage und naturräumliche Gliederung Location and Landscape Character
Klima Climate
Flora Flora
Fauna Biota
Böden Soils
Oberflächengewässer und Grundwasser

Surface Water and Ground Water

Gestein und Bergbau Rock and Mining
Sozio-ökonomische Entwicklung Social-Economic Development
Literatur Literature
Diashow Slides

previoushomenext

dot_clr.gif (46 Byte) Regions Mediterranean Naxos Elba Mallorca
 

© 1999 TRIANET, Program of the European Union Socrates-Comenius
Last update on 07.07.1999 by Markus Zapke-Gründemann