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Bodenhorizonte
Soil Horizons

Bodenhorizonte sind das Ergebnis bodenbildender Prozesse, die das Ausgangsgestein verändern. Die verschiedenen Bodenhorizonte werden durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet.

Im Gelände kann das Bodenprofil in einer Bodengrube anhand von sichtbaren und fühlbaren Merkmalen wie Farbe, Fleckung, Bodenart, Skelettanteil, Gefüge u.a. in verschiedene Zonen (=Horizonte) unterteilt werden. Exakte horizontbezogene Laborergebnisse zu bodenphysikalischen, bodenchemischen und bodenbiologischen Parametern wie Körnung, Ton-Gehalt, pH-Wert, Carbonat-Gehalt u.a. ergänzen als qualitative Werte die im Gelände abgeschätzten Merkmalsbefunde und können zur Absicherung der vorgenommenen Horizontbezeichnungen dienen.

Soil horizon:

a relatively uniform layer of soil, more or less parallel to the soil surface, which is physically, chemically, and/or biologically distinguishable from the layers above and below it. Soil horizons are grouped primarily into O, A, B and C horizons. O horizons comprise organic material at the surface. A horizons are surface horizons of mixed organo-material composition. Where mineral matter has been lost the A horizon is sometimes called the E (for eluviated) horizon. Where they are present B horizons are usually located in the middle of the sequence, and they are horizons into which material (mineral and organic) is deposited, thus altering the the character of the horizon. C horizons are soil parent materials, weathered but not otherwise altered by pedogenic processes. The underlying unweathered material is sometimes called the D or R horizon. In addition to these, surface litter may form an L horizon, above a layer of fermented material (F horizon) and, below that, humified material (H horizon).

(Source: ALLABY, M. [Ed.] 1994: THE CONCISE OXFORD DICTIONARY OF ECOLOGY)

Tabelle: Die wichtigsten Bodenhorizonte (Quelle: Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)
Table: The most important soil horizons (Source: Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)

 

Organische Horizonte
Organic horizons

L

(OL)

Streu, weitgehend (über 90%) unzersetzte Pflanzensubstanz (Förna) an der Bodenoberfläche; L von englisch Litter

O

Organischer Horizont dem Mineralboden aufliegend
(nach FAO: > 35 Masse-% organische Substanz)

Of

O-Horizont, in dem neben Pflanzenresten die organische Feinsubstanz deutlich hervortritt (in der Regel 10 bis 70 Vol.-%)

Oh

O-Horizont, in dem die organische Feinsubstanz stark überwiegt (in der Regel >70 Vol.-%)

 

Mineralische Horizonte
Mineral horizons

A

Mineralhorizont im Oberboden mit akkumuliertem Humus und/ oder an Mineral(stoff)en verarmt (in ariden Gebieten auch angereichert)

Ai

A-Horizont mit geringer Akkumulation organischer Substanz und initialer (beginnender) Bodenbildung (unter 2 cm oder nur stellenweise vorhanden)

Ah

A-Horizont mit bis zu 30 Masse-% akkumuliertem Humus, dessen Menge in der Regel nach unten hin abnimmt

Al

Lessivierter A-Horizont, durch Tonverlagerung geprägt, aufgehellt gegenüber Ah- und Bt-Horizont, über einem tonangereicherten Horizont (Bt) liegend

Ap

A-Horizont durch regelmäßige Bodenbearbeitung geprägt, Ackerkrume

B

Mineralhorizont im Unterboden, Veränderung der Farbe und des Stoffbestandes im Vergleich zum Ausgangsgestein durch Verwitterung, Verlehmung und/ oder Stoffanreicherung; frei von lithogenem Carbonat in der Feinerde

Bv

B-Horizont, durch Verwitterung verbraunt und verlehmt (Tonbildung und/ oder Lösungsrückstände)

Bt

B-Horizont, durch Einwaschung mit Ton angereichert; ausgeprägte Tonhäute auf den Hohlraumwandungen, an Aggregatoberflächen und in feinen Poren

C

Mineralischer Untergrundhorizont; Gestein, das unter dem Solum liegt; bei ungeschichteten Profilen dem Ausgangsgestein des Solums entsprechend

Cv

C-Horizont, angewittert bis verwittert, meist Übergang zum frischen Gestein, im Falle von Festgestein im wesentlichen noch im Verband, häufig nur schwache Durchwurzelung

Cc

C-Horizont, erkennbar mit Sekundärcarbonat angereichert

P

Mineralischer Unterbodenhorizont aus Ton- oder Tonmergelgestein; P von Pelosol

T

Mineralischer Unterbodenhorizont aus dem Lösungsrückstand von Carbonatgesteinen, Tongehalt >65 Masse-%, in Übergangs-T-Horizonten 45 bis 65 Masse-%, ausgeprägtes Polyedergefüge und Feinerde frei von Primärcarbonat; T von Terra

Tu

T-Horizont, rubefiziert, braunrote Farbe

S

Mineralischer Unterbodenhorizont mit Stauwassereinfluß und in der Regel dadurch verursachten bestimmten hydromorphen Merkmalen, zeitweilig luftarm; S von Stauwasser

G

Mineralbodenhorizont mit Grundwassereinfluß und in der Regel dadurch verursachten bestimmten hydromorphen Merkmalen; G von Grundwasser

Go

G-Horizont, oxidiert, > 10 Flächen-% Rost- und Carbonatflecken, besonders an Aggregatoberflächen und im Grundwasserschwankungsbereich

Gr

G-Horizont mit reduzierten Verhältnissen, <5% Rostflecken an Wurzelbahnen, sonst keine Rostflecken, Munsell-Farbton: schwarz, grau, graugrün, blaugrau oder weiß

M

Mineralbodenhorizont entstanden aus sedimentiertem, holozänem, humosen Solummaterial (vor Umlagerung pedogen veränderte, fluviatile, durch Abspülung an Hängen oder durch Bodenbearbeitung sowie äolisch transportierte Auftragsmasse); M von lateinisch migrare = wandern

Y

Durch Reduktgas (z.B. Co2 = Kohlendioxid, CH4 = Methan, H2S = Schwefelwasserstoff) geprägter Horizont, verursacht durch anthropogene Gasleckagen oder mikrobielle Gasentwicklung in künstlichen Aufträgen

 

Zusätzliche Kennzeichnungen für geogene und anthropogene Merkmale
(die Zusatzsymbole werden dem Hauptsymbol vorangestellt)
Additional marks for geogenic and anthropogenic features
(the additional symbols are set in front of the main-symbol)

f...

unter jüngerer Schicht begrabener (fossiler) Horizont; das f wird dem Horizontsymbol vorangestellt, z.B. fAh = begrabener Ah-Horizont; kombinierbar mit A, B, P, T, S und G

r...

nicht begrabener (reliktischer) Horizont, dessen Merkmale nicht unter den aktuellen Bedingungen entstanden sind; kombinierbar mit A, B, P, T, S und G

II, III...

Vorgestellt römische Zahlen werden bei Schichtwechsel im Bodenausgangssubstrat benutzt (z.B. IIBv)

b

brackisch (tidal-brackisch); kombinierbar mit S und G

c

carbonatisch (>75 Masse-% Carbonat, Carbonatgestein, Gipsgestein), kombinierbar mit lC und mC

i

kieselig, silikatisch (<2 Masse-% Carbonat), kombinierbar mit lC und mC

l

Lockersubstrat, grabbar; kombinierbar mit C

m

massives Substrat, nicht grabbar; komninierbar mit C

q

quellwasserbeeinflußt; kombinierbar mit G

s

hangwasserbeeinflußt; kombinierbar mit S und G

Ausführliche Horizontbeschreibungen sind in der angegebenen Literatur nachzulessen!

Bodenhorizonte sollten nicht als "Schichten" bezeichnet werden. Der Ausdruck "Schicht" kennzeichnet nämlich den Wechsel des geologischen Substrates, wenn ein Teil eines Bodens offensichtlich aus anderem Material entstanden ist.

Soil profile:

A vertical section through all the consituent horizons of a soil, from the surface to the relatively unaltered parent material.

Aus der Abfolge der verschiedenen Horizonte und Merkmale in einem Bodenprofil kann schließlich der Bodentyp ermittelt werden. Er spiegelt einen bestimmten Entwicklungsstand des jeweiligen Bodens wider und gibt Auskunft über seine wesentlichen Eigenschaften.


Was ist Boden? What' s Soil?
Stichworte zum Boden Keywords about the Soil
Begriffe rund um den Boden Terms in Connection with the Subject Soil
Bodenhorizonte Soil Horizons
Bodenarten Soil Texture
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Zusammenhänge zwischen Bodenart und Eigenschaften eines Bodens Correlation between Soil Texture and Soil Properties
Was ist Humus? Welche Funktion hat Humus? What's Humus? What's the Funktion of Humus?
Haupt-Humusformen Mean Humus Forms
Literatur zum Boden Literature about Soil

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Last update on 07.05.1999 by Markus Zapke-Gründemann