Informatische Bildung und Technik in der Grundschule

Die Niedersächsische Landesregierung möchte auf der Grundlage des Landeskonzepts Medienbildung die informatische Bildung bereits in Grundschulen fördern. In einem Pilotprojekt wurden dazu methodisch-didaktische Erkenntnisse gesammelt, die als Leitlinien für die fächerübergreifende Implementierung der informatischen Bildung in die Curricula und in die schulischen Medienkonzepte dienen sollten.

Informatische Bildung ist die Voraussetzung für ein grundlegendes Verständnis der Funktions- und wirkweise digitaler Medien. Im Sinne des Nds. Landeskonzeptes Medienbildung und der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ müssen Schülerinnen und Schülern im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung informatische Grundkenntnisse sowie erste Kenntnisse im Programmieren vermittelt werden. Mit dem Projekt Informatische Bildung und Technik an Grundschulen sollten entsprechende Konzepte zur Implementierung von informatischer Grundbildung im Primarbereich erprobt werden.

Grundlegende Kompetenzen der Informatik konnten mit Hilfe des Einsatzes von Micro-Controllern wie z.B. dem Calliope Mini, von Robotern sowie grafischen Entwicklungsumgebungen ab der 3. Klasse spielerisch und experimentell vermittelt werden.

Zu Beginn des Schuljahres 2017/18 starteten in Niedersachsen 30 Grundschulklassen zuerst mit der Nutzung von "Calliope" im Unterricht. Die Laufzeit war auf zwei Jahre angesetzt und endete mit dem Schuljahr 2018/2019.

 

Voraussetzungen

Grundschulen in Niedersachsen, die am Projekt teilnahmen, erfüllten folgende Voraussetzungen:

  • Mindestens eine dritte Klasse der Grundschule stand für die Erprobung von Unterrichtseinheiten zur informatischen Bildung und Technik im Sachunterricht zur Verfügung.
  • Die Schule verfügte über eine ausreichende Anzahl an Computerarbeitsplätzen (stationär oder mobil) mit Internetzugang für die einzelnen Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Projektklasse(n).
  • Die verbindliche Erprobung der Unterrichtseinheiten im Sachunterricht und eine verbindliche Teilnahme an den Arbeitstreffen wurde durch ein Projektteam aus mindestens zwei Lehrkräften pro teilnehmender Grundschule gewährleistet.
  • Die ausgewählten Schulen trafen eine schriftliche Vereinbarung mit dem NLQ, in der die Zusammenarbeit im Projekt geregelt war.
  • Es bestand die Bereitschaft zum Erfahrungsaustausch mit anderen teilnehmenden Projektschulen.

 

Projektverlauf

Die praktische Erprobungsphase im Rahmen des Projektes begann mit dem Schuljahr 2017/2018 .

Noch vor Beginn der Sommerferien wurde eine Kickoff-Veranstaltung mit den ausgewählten Schulen veranstaltet.

Im Projektverlauf wurden die Projektteilnehmer in insgesamt sechs Module durch die medienpädagogischen Beraterinnen und Berater des NLQ bei der Entwicklung eines passgenauen schulischen Umsetzungskonzeptes unterstützt.

Das NLQ und die Teams der Medienberatung stellten während der gesamten Laufzeit den am Projekt beteiligten Grundschulen folgende Unterstützung zur Verfügung:

  • Bereitstellung von 25 Micro-Controllern im Klassensatz pro Schule
    Die Projektschulen erhielten jeweils 25 Micro-Controller vom Typ Calliope Mini für die Erprobung von informatischer Bildung und Technik im Sachunterricht.
  • Berater-Teams der Medienberatung
    Die Projektschulen wurden bei der inhaltlichen, organisatorischen und technischen Planung begleitet. Die Berater planten gemeinsam mit den verantwortlichen Lehrkräften bis zu acht Unterrichtsprojekte und unterstützten sie bei der Umsetzung.
  • Fortbildungen
    Die Lehrkräfte wurden durch sechs zentrale Arbeitstagungen und durch die Berater-Teams vor Ort qualifiziert.
  • Regionale und landesweite Vernetzung
    Die medienpädagogischen Beraterinnen und Berater sowie das NLQ organisierten regionale und landesweite Arbeitstreffen der am Projekt beteiligten Grundschulen zum Austausch und zur Vernetzung.
  • Wissenschaftliche Begleitung
    Die am Projekt beteiligten Grundschulen wurden durch universitäre Kooperationspartner fachwissenschaftlich unterstützt.

 

Ziele des Projekts:

  • Ein didaktisches Konzept zur informatischen Bildung und zur Maker Education wurde in 30 Grundschulen erprobt und evaluiert.
  • Die Evaluationsergebnisse liegen in Form eines Abschlussberichts vor, der auch Handlungsempfehlungen für eine Implementierung informatischer Bildung in die Curricula ab Klasse 3 umfasst.
  • Einzelne bewährte Unterrichtsbeispiele aus dem Projekt stehen weiterhin als OER auf dem NiBiS bereit.

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