Wohin soll es gehen und wie komme ich dahin? Auf dem Weg zu einem Berufswahlfahrplan

Das Material gibt mit sieben Schritten Orientierung auf den Weg zur Berufswahl. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der elften bis dreizehnten Klasse in der Sekundarstufe II. Zeitrichtwert ca. vier Stunden (Langzeitaufgabe).

Fragen Sie sich noch wo ihr Weg hinführt oder kennen sie bereits ihr Ziel?

An welchem Punkt sie auch gerade stehen, helfen ihnen die folgenden Schritte, ihr Ziel zu finden bzw. zu erreichen.


Schritt 1 …die Zeit läuft

Bevor es los geht, beginnen Sie die Reise mit der Erstellung eines Zeitplanes.

Hierbei ist es nicht wichtig, ob Sie bereits eine Vorstellung von ihrem künftigen Beruf bzw. Studium oder noch keine Ideen dazu haben.

Orientieren Sie sich dabei an den Angeboten der Bundesagentur für Arbeit. Beispiele für einen Berufswahlfahrplan finden Sie unter https://abi.de/data/File/2019/Berater_Rubrik/PL_abi_Berufswahlfahrplan_2019.pdf und in ihrer Broschüre „Studien- und Berufswahl Wege nach dem Abitur“ auf den Seiten 8 bis 9. Wenn Sie die Broschüre nicht zu Hause haben, finden Sie diese auch im Netz unter http://regional.abi.de/data/r163.pdf 

Schwierigkeitsstufe 1- für Entspannte

  • Drucken Sie einen der Pläne zu ihrer Orientierung aus und haken Sie künftig erledigte Zwischen-Stationen sichtbar ab. So sehen Sie jederzeit, wie weit Sie in ihrem Berufswahlfahrplan sind und wo Sie zeitlich stehen.

Schwierigkeitsstufe 2- für Durchstarter

  • Erstellen Sie einen für sie passendenden Zeitplan und finden Sie einen gut sichtbaren Platz dafür in ihrem Zimmer oder übernehme sie die Daten in ihren digitalen Kalender. Gestalten Sie den Plan übersichtlich, mit konkreten Zeitangaben (z. Bsp. Januar 2021) und haken Sie künftig erledigte Zwischen-Stationen sichtbar ab. So sehen Sie jederzeit, wie weit Sie in ihrem Berufswahlfahrplan sind und wo sie zeitlich stehen.

Schritt 2 Was bringe ich mit?

Weiter geht es mit einer Bestandsaufnahme.

Schwierigkeitsstufe 1- für Entspannte

Erstellen Sie dazu eine Übersicht, zum Beispiel als Mindmap, mit ihren Stärken, Interessen, Hobbys, und Praxiserfahrungen (Praktika, Ehrenamt, Vereinsarbeit, Auslandsaufenthalten,...) Nutzen Sie dazu Angebote wie https://abi.de/orientieren/berufswahlfahrplan/berufswahlfahrplan-2-18-statio015405.htm?zg=schueler.

Schwierigkeitsstufe 2- für Durchstarter

Ergänzen Sie, wie in Schwierigkeitsstufe 1 angegeben. Wenn Ihre Übersicht fertig ist, ergänzen sie diese mit den Ergebnissen ihres Kompetenzfeststellungsverfahrens Profil AC. Wenn Sie dieses noch nicht durchgeführt haben sollten, frage Sie ihre Politik-Wirtschaft -Lehrkraft bzw. die verantwortliche Lehrkraft für Berufliche Orientierung nach ihren Zugangsdaten. Zusätzlich können Sie an dieser Stelle auch das Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit nutzen: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt oder den Borakel- Test https://www.ruhr-uni-bochum.de/borakel/mein-berufsweg.htm .

Nutzen Sie nun ihre Mindmap, um ihren Lebenslauf bezüglich ihrer persönlichen Skills zu ergänzen. Hierzu bietet sich der Europass an bzw. kann er ihnen als Orientierungshilfe dienen: https://europass.cedefop.europa.eu/de/europass-documents/european-skills-passport-0


Schritt 3 Was ist mir wichtig?

Wo sehen Sie sich in 20 Jahren? Business-Outfit oder individueller Look? Familie oder Single-Leben? Ehrenamtliche Tätigkeiten, Hobbys, ... oder mehr-als-Vollzeit-Job?

Schwierigkeitsstufe 1- für Entspannte

Überlegen Sie, ob Sie während ihrer Ausbildung/ ihres Studiums Geld verdienen möchten oder ggf.  müssen. Entscheiden Sie sich, ob ihnen Sicherheit (finanziell, Arbeitsplatz-Sicherheit, Übernahme nach der Ausbildung) oder Freiheit (individuelle Kleidung, Arbeitszeit, ...) wichtig sind. Übernehmen Sie die drei wichtigsten Aspekte in ihre Übersicht aus Schritt 1-2.

Schwierigkeitsstufe 2- für Durchstarter

Legen Sie ihre bis hier erstellte Übersicht aus Schritt 1-2 nun zur Seite und sammeln Sie auf einem extra- Blatt ihre persönlichen Werte, in Hinblick auf finanzielle Sicherheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, soziales Engagement, Verdienst- oder Aufstiegsmöglichkeiten, Ausbildungsdauer, Ausbildungsgehalt, Kosten (z. Bsp. Studiengebühren), Arbeitsplatzsicherheit, Wunsch nach individueller Arbeitskleidung, Auslandsaufenthalte usw.

Versuchen Sie dann, diese nach Wichtigkeit zu nummerieren. Die drei mit der höchsten Wichtigkeit übertragen Sie nun auf ihre Übersicht aus Schritt 1-2.

Sie haben bis hier durchgehalten? Super! Dann sollten Sie nun eine gute Übersicht haben, über die ihre Berufswahl beeinflussenden Aspekte, sowie ihre Stärken und Interessen.


Schritt 4 Wo soll es hingehen?

Gehören Sie zu den wenigen Glücklichen, die bereits genau wissen, welchen Beruf sie später ergreifen wollen? Dann geht es weiter bei Schritt 5.

Oder brauchen Sie noch Hilfe auf dem Weg zum Traumberuf? Sie sind sich noch unsicher, wo es hingehen soll. Die Testangebote im Internet sind sehr umfangreich. Als sinnvoll haben sich unter anderem folgende Angebote erwiesen:

 

Ausbildungsberufe

Studiengänge

https://www.ausbildung.de/berufscheck/

https://www.aubi-plus.de/berufscheck/

http://www.azubi-azubine.de/berufswahl/berufswahltest/welcher-beruf-ist-der-richtige-fuer-mich

https://www.was-studiere-ich.de/

https://www.hochschulkompass.de/studium-interessentest.html

Überblick Ausbildungswege: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildungswege-im-ueberblick Zur Sicherung der Ergebnisse kann dieses Formular helfen: https://cdn.studienwahl.de/production/bin/f7/02/200311-I-StuWa-Entscheidungsgrafik-f702c3f0625a5a471bef42cc5f01cebbc75cea13.pdf
Einen Überblick über Ausbildungsberufe finden Sie hier: https://www.aubi-plus.de/berufe/a-z/ Unter https://studienwahl.de/ und https://www.hochschulkompass.de/home.html können Sie weitere Informationen zu den Fachbereichen und Fächern finden.

Einen Überblick über alle Berufsfelder und Berufe finden Sie hier: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null

Grundsätzliche Informationen zur Studien- und Berufswahl nach der Oberstufe finden Sie hier: Broschüre der Agentur für Arbeit: Studien- und Berufswahl Wege nach dem Abitur:  http://regional.abi.de/data/r163.pdf

 

An dieser Stelle bietet sich ein Besuch bei ihrem regionalen Berufsberater der Agentur für Arbeit an. Dieser kommt jeden Monat in die Schule und ist auch online für Sie erreichbar. Die Kontaktdaten finden sie in der Regel auf der Homepage ihrer Schule oder erhalten sie von ihrer Politik-Wirtschaft-Lehrkraft.


Schritt 5 Sind Sie sich sicher?  

Sie haben bereits eine sehr konkrete Vorstellung zu ihrem Beruf? Häufig liegen Vorstellung und Realität bezüglich Ausbildung/ Studium und Berufsleben weit auseinander.

Mit einem fachspezifischen Orientierungstest können Sie ihre Eignung für das gewählte Berufsfeld überprüfen:

https://abi.de/orientieren/was-werden/testverfahren/testverfahren-fachspezifische-016554.htm?zg=schueler

Zudem bieten Universitäten und auch Ausbildungsbetriebe Schnuppertage an. Informieren Sie sich dazu bei der Studienberatung der entsprechenden Hochschulen oder den Personalverantwortlichen der Ausbildungsbetriebe.


Schritt 6 Wie komme ich da hin?  

Nun gilt es die Vorrausetzungen für ihren Berufswunsch zu überprüfen:

Was sind die Zulassungsvorrausetzungen für diesen Studienplatz (Schulabschluss, Numerus Clausus, Sprachkenntnisse, Praxiserfahrungen, Kunstmappe, …)  bzw. was wird vom Ausbildungsbetrieb vorausgesetzt (Schulabschluss, Zeugnisse, Kleidung, Praktika).

Nutzen Sie dazu die unter 5 genannten Quellen und die Webseiten ihrer Traum-Universitäten bzw. Ausbildungsbetriebe, bei kleineren und mittelständischen Unternehmen reicht auch ein Anruf, um sich zu informieren.

  • Sie können noch nicht alle Anforderungen erfüllen? Hier ein paar Tipps und Tricks:
  • Sprechen Sie mit den Ausbildern ihres Traumunternehmens, bieten Sie ggf. ein freiwilliges Praktikum an. So können Sie auch ohne Traum-Noten überzeugen.
  • Der NC an ihrer Wunsch -Universität ist zu hoch?
    • Informieren Sie sich, ob ihre Hochschule auch Studienplätze über Anerkennung von anderen Vorleistungen, durch Assessment-Center, Anerkennungen bei Muttersprachlern usw. anbietet.
  • Sie möchten ohne Abitur studieren? Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, https://www.studieren-in-niedersachsen.de/studienwahl/studienbewerbung/hochschulzugang.html. Genaueres erfahren Sie in der Studienberatung ihrer Wunsch-Universität.
  • Der NC an ihrer Wunsch Universität ist zu hoch? --> Informieren Sie sich über die Anerkennung von Wartesemestern (FSJ; Bundesfreiwilligendienst, https://www.arbeitsagentur.de/bildung/zwischenzeit …) und weiteren Leistungen, wie Ehrenämter, Sprachkenntnissen usw./ Prüfen Sie auch die Studienangebote anderer Universitäten, anderer Regionen ggf. auch im Ausland.

 


Schritt 7 Wer soll das bezahlen?

Miete, Essen, Versicherungen, ÖPNV-Ticket, Studiengebühren, Materialkosten, Business-Kleidung. … Informieren Sie sich vor Ausbildungs-/ Studienbeginn, welche Kosten auf Sie zukommen werden.

Hilfen finden Sie hier:

https://studienfinanzierung.de/

https://www.aubi-plus.de/studium/studienfinanzierung/

https://karrierebibel.de/ausbildungsverguetung/

Informieren Sie sich auch über Stipendien, diese sind auch ohne sehr gute Leistungen möglich. Als Beispiel sei hier das „Gute-Laune-Stipendium“, das „Stipendium für Orientierungslose“ und das „Schwächen-Stipendium“ genannt.  Eine Übersicht findet man u.a. hier: https://www.stipendienlotse.de/

  • Beachten Sie auch hier die Antragsfristen, zum Beispiel für Bafög, Studienkredite usw. um diese/-s rechtzeitig für die erste Miete zu erhalten, muss der Bafög-Antrag viel frühe reingereicht sein, da es bei einem Erst-Antrag Monate dauern kann, bis das Geld ausgezahlt wird. à Trage auch diese Termine in deine Übersicht ein.

Geschafft, nun viel Erfolg beim Start in das Berufsleben! ????

 

Hinweise an begleitende Erwachsene:

In dieser Aufgabe soll es darum gehen, den eigenen Lebensweg in Hinblick auf die eigenen Interessen, Wünsche, Bedürfnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten zu planen. Hier ist es wesentlich, sich nicht in den Selbstfindungsprozess von außen einzubringen. Diese Einheit soll den SchülerInnen die Orientierung erleichtern, wichtig dabei ist es, sich nicht an Ratschlägen von Familie und Peer Group zu orientieren, sondern eigene Entscheidungen unbelastet treffen zu können.

Benötigt werden ein Internetzugang, digitale Endgeräte, Stift und Papier.

 

Bereitgestellt von: Beate Weber, Niedersächsische Landesschulbehörde, Beratung Berufliche Orientierung, 05.2020

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